Segel-Club-"Passat" Langenhagen von 1975
U-Boot und Labskaus -
Segler reisen in ein sehr maritimes Wilhelmshaven
Langenhagen, 20.02.2009. Für einen U-Boot Kommandanten gibt es nur 2 Schiffsarten: U-Boote und Ziele. Und beides gibt es in Wilhelmshaven zu erleben. Die erdrückende Enge in einem U-Boot schafft großen Respekt vor den 22 Mann Besatzung, die damit durch die Meere tauchen, die auf nur 2 m Höhe in 3 Kojen zum Schlafen übereinander hängen, in einem schmalen Gang von den 8 Torpedorohren im Bug bis zu den achterlichen beiden 600 PS starken Dieselmotoren und dem 1.500 PS E-Motor, ohne Platzangst ihren Dienst „geschoben“ haben. Danach ist der Zerstörer „Mölders“ mit seinen 334 Mann Besatzung schon fast ein Kreuzfahrtschiff. Sehenswert und beeindruckend die Mannschaftsräume, die Offiziersmesse und das Schiffslazarett. Auf 4 Etagen kann man den Dienst der Marinesoldaten hautnah miterleben.
Nach einem Besuch im Marinemuseum weiß man, wie wichtig Frieden ist.
Die zivile Seefahrt liegt in Wilhelmshaven auf der anderen Seite der Kaiser Wilhelm Brücke, der größten Drehbrücke Deutschlands und dem Wahrzeichen von Wilhelmshaven. Das erste Schiff, das nach dem 2.Weltkrieg in Deutschland vom Stapel lief, hat einen typisch deutschen Namen: „Kapitän Meyer“. Ein dampfgetriebener Tonnenleger, der deutliche Seezeichen gesetzt hat. Und daneben ein markantes Seezeichen, das Feuerschiff „Weser“. Bis 1981 im Dienst auf der Außenweser in Position 53°52’16’’N und 7°50’0’’O, da wo jetzt ein Tonnenleger eine Großtonne gelegt hat.
Der kulinarische Höhepunkt der maritimen Reise. Das Feuerschiff „Weser“ ist nicht nur Museumsschiff, sondern hat eine sehr gut ausgerüstet Kombüse. Und der Smutje, der in der zivilen Schifffahrt „Chef“ genannt wird, weiß ein leckeres Labskaus zu kochen, das seine „Backschaft“, in Gestalt einer leckeren „Messedeern“ auf der Brücke serviert.
Auch Segler möchten wissen, ob wir den Jade-Weser-Port wirklich brauchen? Die Informationen direkt an der Hafenbaustelle in Wilhelmshaven zeigen die neue Generation der Containerschiffe. Heutige Standard Containerschiffe haben eine Kapazität von ca, 3 - 4.000 TEU, sprich 20’ Container, bei einem Tiefgang von ca. 12 – 13 m. Die „Emma Maersk“ hat einen Tiefgang von 16 m und lädt 11 – 14.000 20’ Container. Die diskutierte Elbvertiefung sieht einen Tiefgang von 14,50 m vor. Zur Zeit wird diese neue Containergeneration in Bremerhaven be- und entladen. Der Jade-Weser-Port ist für Schiffe mit mehr als 16 m Tiefgang ausgelegt. Eine Investition in die Zukunft und ein neues maritimes Wahrzeichen.
Weitere Informationen über die Aktivitäten des Segelclubs mit Flair erhalten Sie auf der Webseite des Vereins unter http://www.segelclub-passat.de
Bernd Roeber (ebr)
