21 Fragen zum Standort Schwimmbad

Langenhagen, 29.10.2008.

Ulfert Hinz schrieb: "Als Bürger der Stadt würde ich die Entscheidung zur Standortfrage Bad Langenhagen sehr gerne mittragen. Derzeit ist für mich aber das Bad in Godshorn noch ganz klarer und unangefochtener Favorit. Dazu benötige ich aber noch einige Informationen, die ich in den folgenden u.a. Fragen zusammenfasse. Ich erlaube mir diese Fragen zu veröffentlichen, damit sich auch andere Politiker, Bürger und Leser der lokalen Zeitungen zu den Fragen Gedanken machen können, wenn sie denn mögen."

1. Welche weiteren Kriterien (als die in der Presse angerissen) führen zu der „intensiven Abwägung“ der Standortfrage? War es etwa die denkwürdige Bewertung des Arbeitskreises Schwimmbad?

2. Wurde eine Sanierung des Hallenbades Godshorn in Erwägung gezogen und durchkalkuliert? Und welche Kosten würden dabei entstehen?

3. Wurde z.B. angedacht, durch eine gläserne Überdachung aus dem Freibad Godshorn ein ganzjährig nutzbares Hallenbad mit 50m Bahn zu machen?

4. Beim Umbau könnten regenerative Energien oder Alternativenergien in Erwägung gezogen werden, für die man Fördergelder erhalten kann? Allerdings nur bei Umbauten im Rahmen von Modellvorhaben, weniger oder gar nicht bei Neubauten.

5. Hat man für diesen Fall bedacht, dass man die Bausubstanz des dann überflüssigen, aber in der reinen Substanz tauglichen vorh. Hallenbades anderweitig hätte nutzen können? (z.B. als Jugendherberge, als Schulungszentrum, als Jugendheim oder vieles mehr)

6. Soll das vorh. Hallenbad abgerissen und das Freibad zugeschüttet werden? Wurden die Kosten dafür einkalkuliert?

7. Welche künftige Nutzung schwebt der SPD für das Gelände in Godshorn vor?

8. Wo soll künftig Sportschwimmen in Lgh. betrieben werden, für das man eine 50 m Bahn benötigt? Entfallen die jährlichen internationalen Treffen im Schwimmbad Godshorn?

9. Wie wurde bewertet, dass Langenhagen künftig kein Freibad mehr haben wird? oder wird auch ein Freibad gebaut? Die nächsten Freibäder befinden sich in Berenbostel bzw. in der List.

10. Glauben Sie wirklich, dass man künftig bei unweigerlich ansteigenden Temperaturen im Sommer noch in ein Hallenbad gehen wird? (siehe dazu auch Frage 13. und 14.)

11. Wie wurde bewertet, dass man aus den westlichen Ortsteile Godshorn, Schulenburg und Engelbostel künftig mit dem Fahrrad weder ein Hallenbad noch ein Freibad erreichen kann?

12. Sport- und Tennisanlagen sind auch in Godshorn vorhanden, allerdings keine Pferderennbahn. Wie schätzen Sie den Synergieeffekt zur Pferderennbahn ein? (das gilt wohl weniger für Pferde sondern mehr für Rennbahnbesucher, die künftig ihre Badkleidung mitbringen?)

13. Wie können Sie seriös Ihre Prognose von 250.000 bis 300.000 jährlichen Besuchen allein eines Hallenbades begründen? (derzeit sind es knapp 90.000 im Hallenbad, zwischen 80.000 und 120.000 im Freibad Godshorn je nach Witterungslage, bei ansteigenden Temperaturen wahrscheinlich künftig noch deutlich mehr).

14. In Godshorn ist bei einer etwa gleich großen Halle sehr häufig ein ungehindertes Schwimmen schon heute nicht mehr möglich und das bei 90.000 Besuchen. Sind mehr als 15 Schwimmer gleichzeitig im Becken, dann trifft dies bereits zu. Wie kann man daher künftig in einer wahrscheinlich etwa gleich großen Halle an der Pferderennbahn bei ca. dreifacher Besucherzahl noch ungehindert Schwimmen?

15. Ältere Besucher sind bei vollerem Bad sehr ängstlich, das erlebe ich nahezu täglich (da ich im Vergleich mit denen, die eine Entscheidung treffen, das vorh. Bad sehr intensiv nutze). Haben Sie bei Ihrer „Prognose“ bedacht, dass Sie die Älteren Badbesucher vertreiben und bei Ihrer Vorhersage wohl zumindest teilweise abziehen müssten?

16. Haben Sie weiterhin bedacht, dass diejenigen, die schwimmen wollen, auch heute schon nach Godshorn kommen (sogar aus Garbsen und Isernhagen, dann aber mit dem Auto)? Glauben Sie wirklich, dass man erst ein Bad in die Nähe von Wohnungen bauen muss, um bisherige Nicht-Badbesucher zum Badbesuch animieren zu können?

17. Wie hoch schätzen Sie diese Zahl ein?

18. Wie kommen Sie auf den Differenzbetrag von + 500.000,-- € für den Bau eines Hallenbades an der Pferderennbahn? Dort fehlen derzeit noch alle infrastrukturellen Anlagen, die in Godshorn vorhanden sind?

19. In Godshorn ist der Kfz-Verkehr zum Schwimmbad kaum zu spüren. Selbst eine Verdoppelung wäre kaum wahrnehmbar. Warum müsste dann ggf. der Weiße Weg ausgebaut werden? Auf wie viele Fahrstreifen?

20. Ist der SPD bewusst, dass wir in den kommenden Jahren wegen der Finanz- und Wirtschaftskrisen (deren Auswirkungen wir wahrscheinlich noch nicht einmal annähernd erahnen können) mit einiger Sicherheit den „Gürtel deutlich enger schnallen“ müssen. Haben Sie daher bei Ihrer Prognose bedacht, dass gerade die Klientel (sozial Bedürftige), die Ihre Partei zu vertreten vorgibt, dadurch besonders betroffen sein wird? Halten Sie das für sozial?

21. Was gedenkt die SPD zu unternehmen, um der Bevölkerung und damit vor allem auch den Wählern der SPD die getroffene Entscheidung nachvollziehbar und glaubwürdig zu erläutern?





Ergänzung, 30.10.2008:

Wie das Stadtmagazin von Ulfert Hinz erfuhr, hat Wolfgang Kuschel bereits in Teilen geantwortet. Wir wollen die Antworten aber hier nicht veröffentlichen, ohne das Einverständnis bzw. eine ergänzende Aussage vom Ratsvorsitzenden eingeholt zu haben.

Ergänzung, 11.11.2008:
Auch nach zweimaliger Bitte wollte Wolfgang Kuschel sich "nicht die Mühe machen", die 21 Fragen schriftlich zu beantworten. Auch nicht dem Stadtmagazin zur Veröffentlichung auf der Webseite. Eine Zusammenfassung oder Statement wollte er auch nicht schriftlich abgeben. Kuschel betonte aber, dass er für ein Gespräch zur Verfügung stünde.
Wir können nur vermuten, warum zu diesem Thema lieber geredet wird als geschrieben. Wir lassen uns aber nicht zu einem, wie wir finden, überflüssigen Diktat bitten.