Kommentar zum Bericht Godshorn liegt bei Arbeitskreispolitikern ganz hinten:
26.08.2008. Kommunalpolitiker sind Menschen wie Du und ich. Und haben Präferenzen. Manchmal will man etwas einfach nicht. In diesem Fall bloß nicht etwas Gutes am Standort Godshorn finden. Erstaunlich das Ergebnis für die Wagenzeller Straße, (Nähe Rehkamp, ganz weit vom Schuß), die zum Beispiel auch im Unterpunkt "Schulen" und im Unterpunkt "ÖPNV" gut abgeschnitten hat. Schulen sind von dort ungefähr so weit entfernt wie vom Standort Godshorn - und ÖPNV ist dort eine echte Mangelware. Warum also 5 Punkte für Bus & Bahn? Weil man sich vom Bau eines Bades an dieser Stelle einen neuen S-Bahnhaltepunkt erhofft. Das "Prinzip Hoffnung" als Punktelieferant. Aber: Wie soll man diesen Standort jemals all den Menschen vermitteln, die Pro LA2O für ein Schwimmbad in der Stadtmitte gekämpft haben? Wenn es nach dem Wunsch der Bürger und Bürgerinnen der Kernstadt geht, gehört "Stadtmitte" als Kriterium mit Top-Gewichtung ganz nach vorne - und damit die Wagenzeller Straße ganz nach hinten. Ein Standort, der vermutlich bald aus dem Rennen ausscheidet.
Und dann die harmlose Bezeichnung "Theodor-Heuss-Straße, südlich Kleingärten": Was da so munter vorgetragen wird, kommt den Rieselfeldern bedrohlich nahe - und hat den höchstmöglichen Wert in "Folgeentwicklung: Bauflächen". Mutig, mutig, damit ziemlich unverhohlen die "heilige Kuh" Rieselfelder für hübsche Häuschen ins Rennen zu schmeissen. Vermutung: Wegen dieses städtisch stets umstrittenen Geländes fällt auch der Standort bald aus. Warum bei "Erschließungsqualität/Konfliktpotential 7 positive Punkte angesetzt wurden, obwohl die Rieselfelder tangiert werden, bleibt fragwürdig.
Und die vielen Punkte bei Synergieeffekten und "Bündelung von Entwicklungszielen" erhielt der Bereich ja auch, weil damit die Hoffnung auf eine Verlängerung der Stadtbahn "um die Ecke herum" verbunden ist. Erneut ein Prinzip Hoffnung für reichen Punktesegen.
Bleibt das Silberseegelände. Das LA2O-Gelände. Und damit der Traum, das damals gescheiterte Bad, etwas kleiner, etwas günstiger, irgendwie doch noch zu bauen. Und darauf läuft dieses Kriterien-Ergebnis still und heimlich hinaus.
Die Sehnsucht nach dem Verlorenen - und die Hoffnung, dass es doch noch was wird. Komminalpolitiker sind eben subjektive Menschen wie Du und Ich. Und der Standort war ja auch nicht schlecht.
Aber hätte man dafür nicht Godshorn im Kriterienkatalog trotzdem fair behandeln können? Der dortige Standort erhält zum Beispiel bei "Atmosphäre" nur einen Punkt, der Rennbahnparkplatz (ansonsten auch schlecht bewertet) 2 Punkte.
Wenn es unter den Standorten neben dem Silberseegelände einen gibt, bei dem bereits Atmosphäre und Ambiente vorhanden sind, dann Godshorn!
Kein Wunder, dass die Initiative "Pro Schwimmbad Godshorn" weiterkämpft.
Bei der Bewertung ist ein "Jetzt erst recht" logische Folge.
Bettina Reimann