So war das damals mit dem Bad...
Gegen das Vergessen kann man am besten mit dem Internet angehen. Und wir halten es für notwendig, gerade jetzt auf die Fakten zu verweisen, wer damals das Bad in der Stadtmitte abgerissen hat, wer für und gegen das LA2o gestimmt hat und wie es weiterging. Ergänzend zu den Informationen auf www.schwimmbad11.de hier nun unsere Chronologie - inklusive politischer Ränkespiele, die von der CDU auf Ihrer neuen Seite weggelassen wurden. Das ist ehrwürdig, will man doch nicht konfrontieren, sondern informieren. Aber wir scheuen uns nicht, Namen und Parteien zu nennen.
Phase 1: Zwei Bäder in den Miesen
Als Bürgermeisterin Dr. Susanne Schott-Lemmer als Verwaltungschefin ihren Dienst antrat, gab es zwei Langenhagener Bäder im Minus. Es wurde ein Bädergutachten erstellt (März 2003), das Erstaunliches ergab: ein Bad neu zu bauen war demnach günstiger als zwei alte Bäder zu halten. Dass das Gutachten unter anderem von demjenigen erstellt wurde, der sich später als Generalplaner des neue Bades wiederfand, sei nur am Rande erwähnt. Es ging nun also darum, welches Bad zuerst abgerissen würde - und wie das neu zu planende Bad aussehen solle.
Phase 2: Abriss des Bades Stadtmitte
Als es darum ging, welches Bad Langenhagen zunächst erhalten bleiben solle, entbrannte ein Streit zwischen den politischen Lagern. Mit den Stimmen vor allem von CDU und FDP wurde im April 2003 schließlich beschlossen, das Godshorner Bad zunächst zu erhalten und das Hallenbad in der Stadtmitte zu schließen. Vor allem die SPD kämpfte für das Bad in der Stadtmitte. Dass CDU-Ratsfrau Margot Ulrich zu diesem Zeitpunkt Geschäftsführerin des Bades in Godshorn war, das mit den Stimmen ihrer Partei dem Bad in der Stadtmitte vorgezogen wurde, sei hier nur am Rande erwähnt.
Phase 3: Das LA2O wird geplant
Die meisten Ratsmitglieder sind Feuer und Flamme, als das künftige Bad vorgestellt wird. Noch im Juli 2003 wird beschlossen, ein neues Bad zu bauen und dafür eine eigene Firma zu gründen. CDU-Ratsfrau Margot Ulrich wird Bäderbeauftragte der Stadt. Architekt Keinemann beginnt mit der Entwurfsarbeit. Als 2004 der künftige Name des Bades vorgestellt wird, sind einige begeistert, andere verstört. LA2O: Das ist eine chemische Formel und das Zeug, Dilanthanumoxid, ist bei Einatmen schwach giftig.
Phase 4: Die ersten Zweifler
Das Projekt ist ambitioniert, teuer und weckt Zweifel bei FDP und Grünen. Zwar sind die Kosten für das Bad offiziell „bei 20 Millionen gedeckelt“, doch reagieren Mitglieder des Aufsichtsrates der Bädergesellschaft verstört, wenn man sie fragt, ob das netto oder brutto gemeint sei und ob die Erschließungskosten schon enthalten seien. Eine Bürgerinitiaitve mit FDP, Grünen und BürgerInnen gründet sich gegen die Planung, denn die Befürchtung, das Großprojekt reisse auf unbestimmte Zeit große Löcher in den damals brüchigen Haushalt, wird größer. Dass die Ratsmehrheit von CDU und FDP sich über diesem Thema heillos zerstreitet, sei am Rande erwähnt.
Phase 5: Der Bürgerentscheid
Wir schreiben März 2005 und Langenhagens Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, zu entscheiden, ob das LA2O gebaut wird. Die Bürgerinitiative hatte den Bürgerentscheid durchgefochten. Mit großem Werbeaufwand der Bäderbetriebsgesellschaft wird städtisches Geld, das dem Unternehmen zur Verfügung gestellt wurde, für Giveaways und Anzeigen verwendet, um die Bürger für das Bad zu überzeugen. CDU und SPD sind damit einverstanden. FDP und Grüne kritisieren diese Art der Gelderverwendung. Es stimmen tatsächlich 41 % der Wahlberechtigten ab. Und sie stimmen in großer Mehrheit gegen das Bad ab. Es fehlen nur gut 300 Stimmen an der erforderlichen Zahl von 25% aller Wahlberechtigten, die nötig gewesen wären, um das Projekt zu kippen. Die Gegner-Anzeige von damals zeigt, wer sich gegen das LA2o ausgesprochen hat. Die alten Zeitungsseiten lassen die Argumente nochmals in das Blickfeld rücken.
Phase 6: Die Absage des Rates
Im Juni 2005 zieht die SPD die Notbremse. Die Mehrheit ihrer Mitglieder mag nicht mehr mittragen, dass der Bau stündlich teurer zu werden scheint, dass die Bädergesellschaft ein Gutachten mit weniger freundlichen Prognosen nicht veröffentlicht hat und dass die geplanten Inhalte des Bades zum absurden Theater werden, plant die beteilite Firma „PROVA“ doch sogar einen Heidschnuckengarten auf dem Gelände. Anfang Juli 2005 kommt es in einer hitzigen Ratssitzung zum NEIN für das LA2O. FDP und Grüne sind offiziell dagegen, SPD und CDU sind zerstritten. Aus beiden Parteien stimmen Mitglieder für und gegen das Bad. Bis zum Schluß sind sich Susanne Schott-Lemmer und der Mann, der ihr im Amt nachgefolgt ist, Friedhelm Fischer, darin einig, dass das LA2O hätte gebaut werden sollen. Der Ratsentscheid teilt einem neuen Bad keine Absage, sondern beschließt, „später“ zu bauen.
Phase 7: Kommunalwahlkampf
Im Wahlkampf versprechen beide großen Pateien, dass sie nach der Wahl dafür sorgen würden, ein neues Bad in die Kernstadt zu bauen. SPD und Grüne haben nach September 2006 die Mehrheit und es wird beschlossen, Rücklagen zu bilden. Diese gibt es - und auch wenn sie noch nicht für ein ganzes Bad ausreichen, so werden sie doch weiter angespart. Die CDU kämpft weiter für ein neues Bad und hakt auch immer wieder nach.
Phase 8: Die neue Diskussion
Überparteiliche Arbeitsgruppen formen seit Anfang 2008 wieder an einem neuen Bad. Jeder will es. Doch während SPD und Grüne sich einig sind, dass Bad und Gartenschau zu bewältigen seien, machen CDU und FDP sich für ein „entweder oder“ stark. Sie wollen die Bürgerbefragung zur Gartenschau mit der Glaubensfrage Schwimmbad verknüpfen.
