Marco Brunotte:
Erheblicher Mehrbedarf bei Ausbildungsplätzen in Niedersachsen
Langenhagen, 27.08.2009. Die Ausbildungsplatzsituation in Niedersachsen ist nach Ansicht der SPD-Fraktion
im Niedersächsischen Landtag nicht so positiv, wie die Landesregierung Glauben
machen will. „Allen Betrieben im Land, die jungen Menschen mit einem
Ausbildungsplatz eine Chance geben, gilt unser Dank. Aber bei aller Freude
darüber brauchen wir Ehrlichkeit in der Debatte“, mahnte Marco Brunotte,
Landtagsabgeordneter für Langenhagen, Isernhagen und Burgwedel.
In der jüngsten Aktuellen Stunde im Landtag habe die CDU am Mittwoch reine
Schönfärberei betrieben, indem sie sich ausschließlich auf die
Ausbildungsplatzzahlen im Handwerk beschränkt habe. „Die Wirklichkeit
relativiert die Angaben der Union erheblich“, so Brunotte. Während im Handwerk
tatsächlich 1000 zusätzliche Ausbildungsplätze im Vergleich zu Vorjahresmonat
festgestellt werden könnten, seien die Zahlen im IHK-Bereich Niedersachsen um
545 Plätze gesunken. „Die Zahl der bei der Bundesagentur für Niedersachsen
gemeldeten Ausbildungsplätze ist sogar um 3500 gegenüber dem Vorjahr gesunken.
Viel zu viele junge Menschen verbringen die Zeit in Warteschleifen an den
Berufsbildenden Schulen.“
Marco Brunotte sagt: „Wir haben in Niedersachsen bis zu 15.000 Altbewerber, also
Schülerinnen und Schüler, die aus der Warteschleife auf den Ausbildungsmarkt
drängen.“ Um diesen jungen Menschen eine Zukunftschance zu bieten, schlägt die
SPD-Fraktion als Sofortmaßnahme zeitlich begrenzte Projekte vor, die eine
außerbetriebliche Ausbildung mit hohen Praxisanteilen kombinieren. „Hier könnten
gemeinsam mit Kammern, Verbänden und den Berufsschulen zusätzliche
Ausbildungsplätze geschaffen werden. Die Jugendlichen sollen den Auszubildenden
gleichgestellt sein und die Prüfungen würden von IHK und HWK abgenommen. Die
inhaltliche Verantwortung soll bei den Berufsbildenden Schulen liegen. Diese
würden auch die Ausbildungsverträge abschließen“, schlägt Brunotte vor. Die
Finanzierung müsste zu wesentlichen Teilen von der Bundesagentur für Arbeit
bestritten werden.
