CDU fordert Verzicht auf weiteren Neubau

Leerstand in den vorhandenen Obdachlosenunterkünften

Langenhagen, 04.04.2009.

Der Neubau eines neuen Hauses mit 16 Wohneinheiten im Harkenkamp zur Unterbringung von Obdachlosen ist fast fertig gestellt. Geplant ist der Bau eines weiteren neuen Hauses noch in diesem Jahr. Die CDU-Fraktion fordert jetzt, den Neubau dieses zweiten Hauses auszusetzen. Die Begründung dafür liegt für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Mirko Heuer auf der Hand.
„Die Stadt stellt im Weidenbruch und im Harkenkamp nach dem Neubau insgesamt 54 Wohneinheiten zur Verfügung. Davon stehen derzeit 32 Wohnungen leer“ erläutert Heuer die Situation. 658.500 Euro soll der zusätzliche Neubau mit weiteren 16 Wohneinheiten laut Planung kosten. Grund genug für die CDU-Fraktion eine Neujustierung der geplanten Ausgaben zu fordern. „Wir sehen nicht ein, dass für viel Geld weitere Wohnungen gebaut werden sollen, die dann auch nur leer stehen.

Das dafür geplante Geld können wir sinnvoller in schnelle Lösungen für die Raumnot im Schulzentrum oder die Schaffung weiterer, dringend benötigter Krippen- oder Hortplätze stecken. Neben den Investitionskosten sparen wir uns zudem auch die nicht unerheblichen Folgekosten“.

Natürlich ist der CDU bewusst, dass die unverzügliche Unterbringung von Obdachlosen eine Pflichtaufgabe der Kommune ist. „Wir haben den Neubau im Harkenkamp sehr begrüßt, denn es ist wichtig, jedem obdachlosen Bürger oder Bürgerin eine menschenwürdige Unterkunft zu gewähren. Die alten Wohnungen waren weit davon entfernt, dieses Umfeld zur Verfügung zu stellen. Andererseits macht es aber keinen Sinn, komplett am Bedarf vorbei weitere Wohnungen zu bauen, zumal die Wohnungen immer nur eine zeitlich begrenzte Unterbringungsmöglichkeit darstellen sollen. Die Sozialarbeiterin vor Ort arbeitet mit den Bewohnern an einer schnellen Vermittlung in den normalen Wohnungsmarkt und das klappt wohl in der Regel ganz gut“ kommentiert Heuer die Arbeit der Verwaltung, auch wenn er sich für einige teilweise schon sehr lange dort untergebrachte Bewohner eine Lösung wünscht.

Die CDU glaubt nicht daran, dass sich der Bedarf sprunghaft erhöhen wird und wünscht sich daher von der Verwaltung ein Konzept für eine alternative Unterbringung ohne einen weiteren Neubau. „Auf dieses kann zurückgegriffen werden, sofern zukünftig wieder ein steigender Bedarf erkennbar wird. Wir haben bereits bei dem Beschluss über den Neubau, bei dem sogar noch ein drittes Haus als Option vorgesehen ist, auf die Überkapazität hingewiesen, leider ohne Erfolg“ erklärt Heuer. Jetzt hofft die CDU auf ein Einlenken der rot/grünen Ratsmehrheit, nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der weiteren Entwicklung des städtischen Haushaltes. „Die CDU-Fraktion sieht die zukünftige finanzielle Situation der Stadt Langenhagen nicht ganz so rosig wie unser Bürgermeister und möchte daher bereits jetzt unwichtigere Ausgaben vermeiden oder zugunsten wichtigerer Maßnahmen verschieben. Wir müssen ja nicht erst warten, bis uns die Finanzkrise in 2010 richtig erwischt“ schließt Heuer.


Wohneinheiten im Harkenkamp
Der erste Neubau im Harkenkamp ist fast fertiggestellt..