Marco Brunotte: Kassel-Calden bringt Flughafenstandort Langenhagen in Gefahr Landesregierung muss handeln
Langenhagen, 08.02.2009.„Wir haben nicht den Eindruck, dass die Niedersächsische Landesregierung alles
unternimmt, um den Flughafenausbau Kassel-Calden zu verhindern“, stellen die
SPD-Landtagsabgeordneten Marco Brunotte und Ronald Schminke fest. Gemeinsam sind
die Parlamentarier aus Langenhagen und Hann. Münden, das im Einzugsbereich von
Kassel-Calden liegt, aktiv geworden. Dabei habe Ministerpräsident Wulff mehrfach
zugesagt, den Ausbau verhindern zu wollen, unter anderem bei Gesprächen mit der
Hann. Mündener Bürgerinitiative, die gegen den Ausbau ist. Brunotte und Schminke
sind sich einig: „Bisher waren das nur Lippenbekenntnisse. Passiert ist kaum
etwas, erreicht haben Ministerpräsident Wulff und seine Minister nichts.“
Nach der Landtagswahl in Hessen und der Bildung der neuen
CDU/FDP-Landesregierung rückt der Ausbau des Regionalflughafens Kassel-Calden in
greifbare Nähe. Marco Brunotte hat deshalb mit seinen Kollegen Ronald Schminke
eine Kleine Anfrage in den Landtag eingebracht, in der beide von der
Landesregierung wissen möchte, was sie bisher gegen den Ausbau unternommen hat.
Außerdem frage sie nach, wie die Landesregierung die Auswirkungen des Ausbaus
von Kassel-Calden auf den Flughafen Hannover-Langenhagen einschätzt. Immerhin
würden bereits heute circa 94 Prozent der zukünftig ab Kassel-Calden
angeflogenen Ziele durch den Flughafen Hannover-Langenhagen abgedeckt, weiß
Brunotte.
Marco Brunotte fürchtet durch den Ausbau von Kassel-Calden enormen Schaden für
den Standort Hannover-Langenhagen. Er fordert mit Ronald Schminke von der
Landesregierung, dass sie sich auf europäischer Ebene gegen das Projekt einsetzt
und die klagende Bürgerinitiative aus Hannoversch Münden unterstützen. Die ist
im letzten Jahr vor das Bundesverwaltungsgericht gezogen, um dort den Ausbau
gerichtlich zu verhindern. Die Entscheidung über die Zulassung der Klage steht
noch aus. Von der Anfrage erhoffen sich die Abgeordneten, dass „die
Landesregierung den Ball aufgreift endlich tätig wird“.
Marco Brunotte zeigt sich insbesondere über einen möglichen Arbeitsplatzabbau
beim Flughafenbetreiber Hannover-Langenhagen besorgt. Der Ausbau von
Kassel-Calden hätte enorme Kanibalisierungs-Effekte zur Folge, argumentiert der
Abgeordnete. „Hannover-Langenhagen ist zudem der einzige Flughafen mit Ausnahme
von Hamburg, der im Umkreis auf Renditeerzielung angewiesen ist. Alle anderen
profitieren von Steuergeldern. Daher ist ein Konkurrenzflughafen in Nordhessen
auch aus volkswirtschaftlicher Sicht strikt abzulehnen“, so Brunotte. „Der
Ausbau ist vollkommen unsinnig“, pflichtet ihm auch Schminke bei, der bereits
mehrfach auf eine mögliche Verschwendung von Steuergeldern hingewiesen hatte.
Auch der Betriebsrat des Flughafenbetreibers Hannover-Langenhagen GmbH ist
beunruhig über den bevorstehenden Ausbau Kassel-Calden. Der
Betriebsratsvorsitzende Ralf Köhler sieht wie Brunotte Arbeitsplätze in Gefahr.
„Wenn der Kassel-Calden ausgebaut wird, droht bei uns der Abbau“, so Köhler.
Schminke und Brunotte erwarten nun eine schnelle Antwort der Landesregierung auf
ihre Anfrage. Die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag werde alles
unternehmen, um Arbeitsplätze zu erhalten und den Flughafen Hannover-Langenhagen
zu stärken, kündigen die beiden Abgeordneten an. Für Niedersachsen als
Wirtschaftsstandort habe das hohe Priorität.
