Das war der Gipfel – Laues Lüftchen statt frischen Winds Brunotte fordert: Landesregierung muss mehr Mittel für Bildung bereitstellen!

Marco Brunotte (SPD), Landtagsabgeordneter für Langenhagen, Isernhagen und Burgwedel.
Langenhagen, 26.10.2008.

Die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag zeigt sich vom Bildungsgipfel enttäuscht. „Unsere Befürchtungen haben sich bestätigt“, sagt Marco Brunotte, Landtagsabgeordneter für Langenhagen, Isernhagen und Burgwedel, „statt des dringend benötigten frischen Winds gab es in Berlin nur ein laues Lüftchen. Ministerpräsident Wulff steigt ohne nennenswerte Ideen und Impulse vom Gipfel hinab ins bildungspolitisch brach liegende Niedersachsen. Die schon im Vorfeld des Gipfels von den Ministerpräsidenten verwässerte Position der Länder ist nochmals aufgeweicht worden. Statt konkreter Verabredungen, bis wann, wie und mit welchem Geld die größten Mängel im Bildungssystem zu beseitigen sind, gab es warme Worte und Absichtserklärungen. Die Ministerpräsidenten der Union haben den Gipfel zulasten der zukünftigen Generationen als Bühne für ihre Machtspielchen genutzt.“

Insbesondere stößt bei Marco Brunotte auf Kritik, dass beim niedersächsischen Regierungschef Schein und Sein weit auseinanderklaffen: „Entgegen seiner Behauptungen will Herr Wulff die Bildungsausgaben weiter zusammenstreichen. Schwarz auf Weiß ist in der Mittelfristigen Finanzplanung nachzulesen, dass der Anteil der Ausgaben für Hochschulen, Schulen und Berufsausbildung am Gesamtetat bis 2012 sinkt. Im Bereich Hochschulen und Forschung von 8,48 Prozent in 2008 auf 8,13 Prozent in 2012, im Bereich Schule und Berufsausbildung im selben Zeitraum von 16,17 auf 14,82 Prozent.“

Weiter weist Brunotte darauf hin, dass die Landesregierung sich dafür verantwortlich zeigt, junge Eltern und Studierende finanziell stark zu belasten. „Die Regierung Wulff kassiert sogar von Bafög-Empfängern saftige Studiengebühren und will jetzt auch Eltern von Krippenkindern stärker zur Kasse bitten. Wer derartige Bildungspolitik als Erfolg verkauft, leidet unter Wahrnehmungsstörungen und tut dem Land nicht gut.“

Beim Thema Studiengebühren ist der Verweis auf Stipendien laut Marco Brunotte eine Luftnummer: „Im Wahlkampf hatte Herr Wulff Stipendien zur Abfederung der unsozialen Studiengebühren angekündigt. Nach fast einem Jahr präsentiert er eine Million Euro - angesichts von 140.000 Studierenden in Niedersachsen ist diese Summe an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Sie reicht gerade um 1.000 Studierende von Studiengebühren zu befreien, das sind weniger als ein Prozent der Studierenden.“






Marco Brunotte
Marco Brunotte (SPD)