Verwirrende Darstellung der Wahlergebnisse:

Wahlbeteiligung einzelner Orte zu niedrig dargestellt

Langenhagen, 29.09.2009.

Die sogenannten „Briefwähler“ werden immer mehr. Es sind nicht mehr nur gebrechliche Menschen, die ihre Möglichkeit nutzen, zuhause zu wählen und ihre Stimmen einzuschicken. Heute gehen viele Bürgerinnen und Bürger einfach schon lange vor dem Wahlsonntag in's Rathaus, um ihre Stimme abzugeben. Bei der Darstellung der Wahlergebnisse online, die von der Region Hannover eingespeist werden, führt dies zu verwirrender Statistik, die vor allem die Wahlbeteiligung in einzelnen Bezirken und Ortsteilen zu gering darstellt. Die „Briefwähler“ werden nicht gesondert dargestellt und vor allem nicht ihren Ortsteilen zugewiesen, um eine korrekte Wahlbeteiligung darstellen zu können. Wer also die Wahlergebnisse von Stadtgebiet und Ortsteilen zusammenzählt, erhält ein anderes Ergebnis, als es die übergeordnete Darstellung des kommunalen Wahlergebnisses ausweist.

Gabi Spier war am Sonntag als Stimm-Auszählerin in Krähenwinkel eingesetzt. Im Krähenwinkler Stimmbezirk 32 gab es 616 Wahlberechtigte. Davon haben 398 im Wahllokal ihren Stimmzettel abgegeben. Das macht eine Wahlbeteiligung von nur 64,6%. Was ist in Krähenwinkel los, könnte man sich fragen, hat doch der Ortsteil bisher immer eine hohe Wahlbeteiligung gehabt. Des Rätsels Lösung ist einfach, aber nirgends in den offiziellen Wahlstatistiken zu finden: 96 Wahlberechtigte aus diesem Bezirk hatten bereits vorher gewählt. Erkennbar war diese Zahl daran, dass die sogenannten „Briefwähler“ als „Wahlberechtigte mit Sperrvermerk“ in den Wahllisten geführt werden. Der Sperrvermerk bedeutet, dass diese Personen, wenn sie in das Wahlllokal kommen, natürlich nicht noch einmal wählen dürfen - weil sie es ja schon getan haben. Zusammen mit diesen Krähenwinkler Wählerinnen und Wählern ergibt sich eine Wahlbeteiligung von 80,19% im Wahlbezirk 32.

Gabi Spier ärgert sich, dass für künftige Wahlstatistik das falsche Wahlbeteiligungsergebnis ihres Ortsteiles verzeichnet ist. Doch das Darstellungsproblem zieht sich durch alle Wahlbezirke. Es betrifft nicht nur die Wahlbeteiligung in Ortsteilen und einzelnen Stimmbezirken, sondern auch die Zusammenrechnung der abgegebenen Stimmen.

Rechnet man alle Stimmbezirke Langenhagens zusammen, die bei der Region aufgeführt sind, hat man bei den Erstimmen zum Beispiel ein Ergebnis von 8.842 Stimmen für Caren Marks und 7.876 Stimmen für Sebastian Lechner. Konsultiert man das übergeordnete Wahlergebnis der Gesamtkommune, heisst das Ergebnis 10.882 zu 10.205 Stimmen. Die Differenz ist die Stimmenzahl der Briefwähler, die auf die Kandidaten entfielen. Nirgends auf den Wahlergebnis-Seiten der Region ist jedoch das Briefwahlergebnis einer Stadt oder Gemeinde gesondert zu finden, obwohl gerade die Briefwahlstimmen nicht in der Kommune, sondern bei der Region ausgezählt werden.

Die Änderung der Darstellung ist also dringend wünschenswert, denn die derzeitige Handhabung erschwert die künftige Statistik und führt zu verwirrenden Ergebnissen. Die Ausweisung des Wahlergebnisses der Briefwahl, dargestellt wie ein zusätzlicher Ortsteil, wäre optimal. Ausserdem ist es sicher machbar, dass die Wahlbeteiligung der Stimmbezirke ein zusätzliches Modul „Wahlbeteiligung inclusive Wählern mit Sperrvermerk“ enthält, zumal die Anzahl der Wähler und Wählerinnen mit Sperrvermerk kein Geheimnis, sondern Element der Auszählungs-Ergebnisblätter ist.

Die derzeitig dargestellte Wahlbeteiligung entbehrt einfach der Logik: 65,6% in Engelbostel, 59,8% in Godshorn, 67,2% in Kaltenweide, 66,2% in Krähenwinkel, 55,8% in Langenhagen-Stadt und 60,1 % in Schulenburg kumulieren sich sonst bei der Darstellung des kommunalen Gesamtergebnisses zu 73,5% ohne irgendeinen Hinweis, wie sich die Differenz erklärt. Die Wahlbeteiligung direkt am Wahltag waren tatsächlich nur 62,43 %. Mehr als 10 % der Wahlberechtigten in Langenhagen haben vorher, bis einschließlich Freitag, gewählt. Da sich diese Tendenz von Wahl zu Wahl verstärkt, müssen auch die Statistik-Module der Entwicklung angepasst werden, damit die Wahlbeteiligungs-Stzatistiken, heruntergebrochen auf einzelne Orte, noch etwas wert sind.