Langenhagener Jugendliche besuchen Bijeljina

Langenhagen, 05.08.2009.

Vom 20. Juli bis zum 3. August 2009 waren insgesamt 18 deutsche Jugendliche mit 2 Betreuern zu Gast in der bosnischen Stadt Bijeljina. Sie waren bei Familien mit gleichaltrigen Jugendlichen untergebracht. Der Verein Hilfe für das junge Leben organisiert genau seit 10 Jahren den Jugendaustausch zwischen Langenhagen und Bijeljina. Die diesjährige Sommerreise läuft unter dem Motto "Bewege Dich" und lerne fremde Kulturen kennen.
Mit großem Erfolg hat es der Verein geschafft, mit Unterstützung des Landes Niedersachsen, den Jugendlichen aus Langenhagen Bosnien Herzegowina und den Balkan mit deren großer Vielfalt näher zu bringen. Nach der ersten Woche mit Besichtigungen und Seminaren haben die Jugendlichen mit 22 gleichaltrigen Jugendlichen aus Bijeljina aller Konfessionen einen sechstägigen Badeurlaub an der montenegrischen Adria verbracht. Somit konnten die Jugendlichen noch mehr Zeit gemeinsam verbringen mit Spiel, verschiedenen Debatten und beim gemeinsamen Vorbereiten der Mahlzeiten. Für den Verein ist es sehr wichtig, das gerade die deutschen Jugendlichen die Vielfalt an Völkern und Religionen in der Stadt Bijeljina und dem Land Bosnien Herzegowina kennen lernen. Sie hatten die Möglichkeit, an die moslemische Gemeinde in Bijeljina, an die serbisch-orthodoxe Kirche oder beim Empfang des römisch-katholischen Bischofs Fragen zu stellen.
Vom 14. bis 30. August werden 50 Jugendliche aus Bosnien in Langenhagen zu Gast sein und Stadt und Umland erkunden.

Reisebericht von Helge Oberbossel (15 Jahre)

Vom 20.07.2009 bis zum 03.08.2009 war ich bei einer Gastfamilie in Bijeljina, Bosnien, zum ersten mal zu Besuch. Die Gastfamilie war sehr freundlich und hat mich sofort in die Familie integriert. Bereits am ersten Tag gehörte ich zu ihnen. Sie konnten zwar kein deutsch, aber Verwandte, Nachbarn und Bekannte sprachen sehr gut deutsch oder englisch. Und selbst wenn keiner außer der Gastfamilie anwesend war, konnte man sich trotzdem verständigen. Überhaupt waren alle Menschen in Bosnien, trotz der allgemeinen Armut, sehr gastfreundlich zu uns. Ich bekam im Haus meiner Gastfamilie, das sehr ordentlich und sauber war, ein eigenes Zimmer, denn meine Gastgeberin schlief extra bei ihren Eltern. Die allgemeine Armut hat man auch in den Preisen entdeckt. Viele Sachen, wie Getränke und Ähnliches, hat man bereits für relativ wenig Geld bekommen. Zu Kaufen brauchte man sich aber meistens trotzdem nichts, weil die Gastfamilie eigentlich einem alles gab. Besonders das einheimische Essen war sehr lecker und ich würde jedem einmal empfehlen dieses zu probieren. Und wenn man dieses trotzdem nicht mochte konnte man auch eine Pizza oder einen Gyros essen gehen. In der ersten Woche wurden wir vom Bürgermeister, einem orthodoxen, einem muslimischen und einem katholischen Bischof empfangen und hatten dadurch relativ wenig Freizeit. Doch dies war nicht weiter schlimm, weil man durch die vielen Unternehmungen abends sehr erschöpft, aber viele Eindrücke reicher war. Auch besichtigten wir verschiedene Klöster, die allesamt sehr schön waren. Im Kloster Tavna bekam jeder von uns eine Flasche Sliwowitz geschenkt. Dieser ist zwar hochprozentig, aber gut und ein schönes Andenken für die Lieben zuhause. In der zweiten Woche fuhren wir mit dem Bus nach Sutomore, Montenegro, an die Adria-Küste. Dort konnten wir schön den ganzen Tag entspannen und braun werden. Das Hotel war zentral gelegen, sodass wir schnell zum Strand oder in ein Restaurant konnten, um etwas zu essen. Das Hotel war auch sehr sehr schön sauber und die Betten luden dazu ein, richtig auszuschlafen. Auch das Meer war sehr sauber und erfrischend kühl, sodass wir eigentlich den ganzen Tag am Meer verbrachten. Dazu war man auch fast gezwungen, denn es war wirklich sehr, sehr heiß. Teilweise hatten wir über 40°c. Am Strand konnte man auch einen Jetski oder ein Tretboot für wenig Geld mieten oder Paragleiten. Am Abend konnte man, wenn man nicht zu müde war, auf die Partymeile gehen, bei der viele Open-Air-Feiern waren. Als wir dann noch mal für einen Tag zurück nach Bijeljina fuhren, wussten wir alle das es bald nach Hause gehen würde. Bereits bei den Gedanken, fing man an die Gastfamilie und dieses wirklich schöne Land zu vermissen. Gerade deshalb hat Bosnien es verdient von der Europäischen Union und Hilfevereinen, wie der Verein "Hilfe für das junge Leben" es bereits tut, starke Unterstützung zu bekommen, damit solch ein Land auch in Zukunft Menschen glücklich machen kann. Dieser Urlaub war ein wunderschönes, einzigartiges Erlebnis, das ich im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederholen werde.






Gruppenfoto
Gruppenfoto der bosnischen und deutschen Teilnehmer vor dem Rathaus in Bijeljina



Marco und Milovan
Der Langenhagener Marco Zacharias (20 Jahre) und der Bosnier Milovan Pejanovic (17 Jahre)



Ramo und Helge
Der Bosnier Ramo Smajlovic (20 Jahre) und der Langenhagener Helge Oberbossel (15 Jahre)