Special zur Bombenräumung am 29. März
Bombe im Brinker Park bereits entschärft!
Langenhagen, 28.03.2009.Ein dumpfes Brummen dringt am Sonnabendnachmittag aus einem Gerät, das wohl Grundwasser aus einem mit Schutzblechen verkleideten Erdloch zieht. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Häuser in der ruhigen Wohnstraße in Wiesenau wissen: Diese Stelle direkt vor ihren Fenstern gehört zu den neun „Verdachtspunkten“, an denen Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg geortet wurden. Und unter der unbewachten Baustelle liegt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Bombe aus dem 2. Weltkrieg.
Als „unheimlich“ bezeichnet eine Anwohnerin die Situation und ruft vom Balkon: „Hoffentlich steht das Haus noch, wenn wir morgen Abend zurückkommen.“
Die Anwohner an jenen Punkten, wo morgen das Entschärfungskommando anrückt, wissen mittlerweile Bescheid, dass sie „ganz nah dran“ wohnen - und jahrzehntelang im Garten oder auf Grünflächen über Bereiche gegangen sind, unter denen die heutigen Bombenfunde schlummern.
In den vergangenen Tagen wurde mit der Vorbereitung der Bombenräumungsaktion begonnen und das Erdreich an den Vermutungspunkten geöffnet.
Dabei ist an zwei Stellen schon klar geworden: Es ist keine Bombe, die als Verdachtsfall geortet wurde. Schrotgegenstände sahen bei der Ortung so aus, als könnten sie Bomben sein.
Und im Brinker Park ist die Bombenräumung bereits vor Sonntag gelungen: Bei dem gefundenen Blindgänger handelte es sich um eine Brandbombe, die bereits an Ort und Stelle entschärft wurde.
Doch die Reduzierung der potentiellen Bombenzahl für Sonntag bedeutet noch nicht, dass die Aktion deutlich schneller beendet sein wird. In einem Fall deutet sich auch eine potentiell problematische Entschärfungssituation an, die langwierig sein kann. Auch das Szenario einer kontrollierten Sprengung in diesem Fall, der aber nicht in einer Wohnstraße liegt, ist darum nicht auszuschließen.
Nicht alle Verdachtspunkte liegen unter freiem Himmel. In einem Fall brummt eine Wasser-Pumpe derzeit vor einer leeren Firmen-Halle - der Schlauch führt mitten hinein, denn unter dem Hallen-Boden befindet sich mit großer Wahrscheinlichkeit eine alte Bombe.
Am morgigen Sonntag um 7 Uhr beginnt die Evakuierung - und der Einsatzstab des Rathauses betont: Je schneller das Evakuierungsgebiet geräumt ist, umso schneller kann mit den Bombenentschärfungen begonnen werden. Dies ist auch als Aufforderung an die Bevölkerung zu verstehen: Wenn alle rechtzeitig gehen, können auch alle früher wieder nach Hause!
Auch zwei Altenheime werden evakuiert. Dabei werden die Bewohnerinnen und Bewohner des Anna-Schaumann-Stiftes den Tag im Schulzentrum verbringen, während die Menschen aus dem Seniorenheim Bachstraße in das Schwesternheim der Paracelsusklinik gebracht werden.
Wohin die restliche Bevölkerung geht? Das weiß niemand wirklich. Die Johanniter bereiten im Schulzentrum ausreichend Sandwiches und Suppe für Evakuierte vor.



