Ehemaliges Frauen-Konzentrationslager Langenhagen:

Gedenkveranstaltung am Mahnmal

Langenhagen, 07.01.2009.

Das Aktionsbündnis „Langenhagener gegen Rechte Gewalt“ hat zum 64. Jahrestag der Zerstörung des Frauen-Konzentrationslagers Langenhagen eine Gedenkveranstaltung organisiert. Mehr als 30 Teilnehmer gedachten mit Bürgermeister Friedhelm Fischer am Mahnmal des Konzentrationslagers den Opfern des Nationalsozialismus und speziell der Frauen aus dem KZ Langenhagen.
Im Oktober 1944 wurde das KZ im Gewerbegebiet „Brinker Hafen“ an der Hackethalstrasse errichtet. 500 polnische Zwangsarbeiterinnen, die während des Warschauer Aufstands interniert wurden, mussten hier für die Brinker Eisenwerke in der Rüstungsproduktion arbeiten. Das damals auf Langenhagener Stadtgebiet gelegene Konzentrationslager wurde am 06. Januar 1945 durch einen alliierten Bombenangriff zerstört und danach von den Nazis geräumt.

„Es ist eine historische Verpflichtung aus der Langenhagener Stadtgeschichte, dem hier geschehenen Unrecht zu gedenken“, sagte Marco Brunotte vom Aktionsbündnisses „Langenhagener gegen Rechte Gewalt“ zur Begrüßung. Seit Einweihung des Mahnmals am 8. Mai 2003 organisiert das Aktionsbündnis eine jährliche Gedenkveranstaltung. Dieses Jahr umrahmte der Chor des DGB Hannover das Gedenken musikalisch.

Im Auftrag der Stadt Langenhagen recherchierten die beiden Historikerinnen Janet Anschütz und Irmtraud Heike die damaligen Vorfälle im Frauen-KZ und führten hierzu umfangreiche Gespräche mit Überlebenden durch. Im Jahr 2003 erschien ihr Buch „Man hörte auf ein Mensch zu sein“, dass den Leidensweg der Zwangsarbeiterinnen dokumentiert. Am 8. Mai 2003 wurde auf Initiative der IG Metall Hannover, der Stadt Langenhagen und der beiden Historikerinnen das Mahnmal am Brinker Hafen im Beisein zwei ehemaliger Zwangsarbeiterinnen eingeweiht.

„Auch wenn das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers nun in Hannover liegt, gehört es dennoch zur Langenhagener Stadtgeschichte“, betonte Friedhelm Fischer, Bürgermeister der Stadt Langenhagen, bei seiner Rede. Fischer forderte: „Mit Blick auf die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte müssen wir in der Gegenwart handeln. Deshalb müssen wir uns aktiv gegen Rechte Gewalt und Antisemitismus stellen.“ Hierzu seien alle gesellschaftlichen Kräfte gefordert. „Es ist wichtig, dass wir die Erinnerung an die Verbrechen und Unmenschlichkeit im Nationalsozialismus aufrecht halten“, sagte Friedhelm Fischer und bedankte sich beim Aktionsbündnis „Langenhagener gegen Rechte Gewalt“ für die jährliche Organisation der Gedenkveranstaltung.







Gedenken am Mahnmal