Wirtschaftsklub Langenhagen - Knaller zum Jahresende

Langenhagen, 31.12.2008.

Mit einer E-mail an alle Mitglieder des Wirtschaftsklubs Langenhagen lässt es der am 19. Dezember zurückgetretene Vorstand des Klubs zum Jahreswechsel noch einmal richtig knallen. Nachdem sie ihren Verein ohne jegliche Führung zurückgelassen hatten, nehmen sie nun wieder Einfluss auf das weitere Geschehen, indem sie Vorstandsinterna weitergeben, die für erneute unnötige Unruhe sorgen werden.

In dem Schreiben werden Walter Pohl und Marc-Tell Kindling als Verantwortliche für den Rücktritt des Vorstandes genannt. Diese würden nun Anspruch auf Vorstandsposten erheben und die Schlüssel für die Geschäftsstelle einfordern.

Im Normalfall räumt man nach fristloser Kündigung seinen Schreibtisch und gibt die Schlüssel ab. Aber an wen? Der Vorsitzende der Wir helfen Stiftung, Claus Holtmann, und der 2. Vorsitzende des Vereins Wir helfen, Walter Pohl, wären mögliche Empfänger, denen die Vereinsmitglieder vertrauen - denn sie haben sie gewählt.

Eine aberwitzige Situation: Die fristlos zurückgetretenen Vorstandsmitglieder haben den Schlüssel der ab 1.1. unbesetzten Geschäftsstelle einbehalten und behindern damit willentlich die Weiterführung der alltäglichen Arbeit im Klub. Dies ist z.B. das regelmäßige Businessfrühstück, das am 8. Januar stattfindet.

Walter Pohl (2. Vorsitzender Wir-helfen e.V.) war der Meinung, allen Streitigkeiten im Vorstand des Wirtschaftsklubs zum Trotz solle diese Regelmäßigkeit nicht unterbrochen werden. Zugunsten der vielen Mitglieder, die noch immer nicht nachvollziehen können, wie es zu den Auseinandersetzungen kam und wie sie dermaßen ausarten konnten, solle das eigentliche Vereinsleben doch geregelt weiterlaufen. Immerhin streitet nicht der Wirtschaftsklub, sondern es streiten sich nur einige wenige Mitglieder.

Wie unversöhnlich, ja unverständlich für Außenstehende, dieser Streit inzwischen wurde, wird bei der im Brief veröffentlichten Auseinandersetzung um das Businessfrühstück deutlich:
Weil der Vorstand und die Geschäftsführerin bis zum 16. Dezember noch keine Einladung für das Businessfrühstück verschickt hatten, schrieb Walter Pohl, er würde das dafür Notwendige gemeinsam mit Gleichgesinnten veranlassen, wenn die Zusage nicht bis zum 18.12. vom Vorstand käme. Der damalige Vorstand bezeichnet diese Formulierung als unpassend und nennt sie Erpressung.

Nun sind die zurückgetretenen Vorstandsmitglieder ganz normale Mitglieder des Klubs. Dennoch verschickten sie ihren Brief aus der Geschäftsstelle heraus. Unterschrieben wurde nicht namentlich, sondern mit "die gewählten Vorstandsmitglieder". Selbst wenn Pohl und Kindling tatsächlich Ansprüche auf Vorstandsposten stellen würden, wie behauptet wird, ist dies eine unzulässige Einflussnahme auf die Mitglieder, die einen neuen Vorstand zu wählen haben. Verstärkt wird der Eindruck der Einflussnahme durch die Aussage:

"Es ist schade, dass den Vereinen Schaden zugefügt wird, nur weil wenigen Mitgliedern die Personen Krause und Holtmann nicht gefallen. Die beiden haben in den letzten Jahren sehr viel unentgeltliche, ehrenamtliche Arbeit geleistet und vieles Gutes bewegt. Wenn sich jemand aus den Reihen der Mitglieder findet, der sich ebenso engagieren möchte, ist er herzlich willkommen."

Den Mitgliedern wird hier durch die Blume dargestellt, dass die Vereinsführung anderen Mitgliedern nicht zugetraut wird und schon allein deshalb die Kritik an der Arbeitsweise dieser wichtigen Personen dem Verein Schaden zufügt. Tatsächlicher Schaden entsteht aber, wenn Kritik erst ignoriert, dann abgewehrt, dann persönlich genommen wird und zuletzt der eigene Rücktritt als Bestrafung wahrgenommen werden soll.

Wer schließlich von den Mitgliedern beauftragt wird, die Führung des Klubs zu übernehmen, wird eine spannende Angelegenheit. Am 6. Januar tagt erstmals eine Kommission, die im Sinne der Mitglieder die Vereine neu positionieren soll. Vielleicht werden dabei schon erste Ergebnisse zur Kostensituation der Vereine sichtbar. Denn mit der Anschuldigung zu hoher Verwaltungskosten fing alles an.