Kommentar von Bettina Reimann zum Rücktritt des
Wirtschaftsklub Vorstandes am 19. 12.
Kaputtgespielt...
Bettina Reimann, 20.12.2008. Die vorweihnachtlichen Rücktritte zu sofort bedeuten nichts anderes, als dass Olaf Krause und seine Vorstandskollegen den Verein zumindest für den Moment kaputtgespielt haben.
Nach unseren Informationen (www.vereinsknowhow.de) bedeutet ein Verein ohne Vorstand, dass vom Amtsgericht auf Anforderung eines oder mehrerer Mitglieder ein Notvorstand berufen werden muss.
Und wer außer dem Stiftungspräsidenten Claus Holtmann (die Stiftung ist personell nicht betroffen von den derzeitigen Rücktritten) ab 1. Januar die Schlüssel zum dann verwaisten Wir-Büro im Ice- und Event Center haben wird, ist völlig unklar. Der einzige, der in Verantwortung in den beiden Wir-Vereinen zurückbleibt und bereit ist, die Verantwortung anzunehmen, ist Walter Pohl, stellvertretender Vorsitzender von Wir helfen!
Nur eine Hand voll Mitglieder seien es gewesen, die "Schuld" hätten am aktuellen Zustand des Klubs. Ein Hand mit fünf Fingern - meinen sich damit einige der Vorstandsmitglieder selber?
Wenn sie circa fünf andere Mitglieder meinen und sich dazu noch im Recht fühlen in den juristischen Strittigkeiten - wie können sie dann den Verein durch ihren Komplettvorstandsboykott nur vier Wochen nach der Wahl so schädigen, dass die Klubarbeit von rund 120 Mitgliedern darunter leidet?
Welcher gestandene Geschäftsmann knickt ein vor wenigen missliebigen Kräften? Würde man denn nicht, wenn man sicher ist, dass man das Recht auf seiner Seite hat, auf die Meinung solch böser Leute pfeifen?
Am 15. Dezember haben Jens Monsen und Wolfgang Reichel die Klubzahlen hinsichtlich des Fragenkataloges geprüft, den Marc-Tell Kindling vorgelegt hatte. Ein Fragenkatalog, dessen Beantwortung in einer gut geführten Firma schnell erledigt gewesen wäre. Eigentlich auch ohne Sonderprüfer.
Ein Fragenkatalog, der dem Vorstand bei zügiger Beantwortung zur Zufriedenheit der Mitglieder Applaus und Vertrauen gebracht hätte.
Monsen und Reichel hätten "einige Verbesserungsvorschläge" unterbreitet, erfuhren die Mitglieder.
Und nur vier Tage später tritt der Vorstand komplett zurück...
Honni soit qui mal y pense..
Rücktrittsspielchen - ein Drama in 3 Akten
Die Rücktrittsspielchen begannen bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im November. Damals erklärte Olaf Krause: "Ich trete zurück und stelle meinen Posten bei der Jahreshauptversammlung zur Verfügung." So können mehrere Anwesende die Worte Krauses bestätigen.
Bei der Jahreshauptversammlung, nur 3 Tage später, wollte er jedoch nur die Vertrauensfrage stellen und betonte, nicht zurückgetreten zu sein. Keine Neuwahl also, keine möglichen Gegenkandidaturen, denn optional war nur Vertrauen oder Misstrauen gegenüber dem Vorsitzenden - per offener Handabstimmung.
In ihrem Abschiedsschreiben an die Klubmitglieder spricht Erika Arbeiter in bezug auf Olaf Krause, Frederic van Cleef und Jörg Kleczka dann aber von der "Zurücknahme der Rücktritte der Vorstandsmitglieder" und gibt damit zu, dass Rücktritte erfolgt waren. Welch Postenpoker!
Und der wirft die Frage auf: Kann man so einfach von Rücktritt zurücktreten? War Olaf Krause also ohne erneute Wahl überhaupt noch Vorsitzender?
Sein neues Vorstandsteam hat sich Krause im Wirtschaftsklub selbst zusammengestellt und seine beiden Wunschkandidaten wurden von den anwesenden Mitgliedern weitgehend abgenickt.
Nur bei Wir helfen! e. V. wählten die Mitglieder mehrheitlich den Juristen Walter Pohl als Stellvertreter statt des Krause-Kandidaten Eric Engelhardt, denn Pohl stand für Entflechtung der Vereine und Erhalt von Wir helfen.
Und das ist ein Glück für die "Vereinsfamilie", denn Pohl ist jetzt der einzige verbliebene Vorstandsaktive und bereit, sich der Verantwortung zu stellen.
Claus Holtmann ruft in seiner Presseerklärung (siehe komplett als pdf) die Mitglieder quasi zum Mobbing ("ein deutliches Signal der Missbilligung")gegen "destruktive Angreifer" auf, damit diese "ihre persönlichen Konsequenzen durch Austritt ziehen".
Bei genauer Betrachtung kann er damit nur die jetzt zurückgetretenen Vorstandsmitglieder meinen, denn ein destruktiveres Verhalten, als den Verein so führungslos zurückzulassen, dass ein Amtsgericht einen Notvorstand einsetzen muss, gibt es nicht.
Und so dramatisch, wie dieses absurde Theater seit Wochen gespielt wird, sollte die Richterin in diesem Fall Barbara Salesch heißen. Der inhaltlich faktenfreie und nach außen nur von Befindlichkeiten getragenen Ablauf der Diskussion erinnert wirklich an eine Daily Soap.
