Feuerwehrübung in der Walsroder Straße
Langenhagen, 13.10.2008.
Aus Hotelfenstern des Hotels Grethe dringt dicker Rauch, Menschen rufen um Hilfe. In Langenhagen wird, was nur noch in seltenen besonders schweren Fällen vorkommt, Sirenenalarm gegeben. Ob da wohl alle lebend herauskommen? Die Feuerwehrübung der Ortswehren Langenhagen und Krähenwinkel am frühen Montagabend wirkte auf die Anlieger der Walsroder Straße Nord wirklich bedrohlich.
Um 18.23 Uhr wurde der erste stille Alarm gegeben, um 18.30 Uhr waren der Einsatzleitwagen und ein Tanklöschfahrzeug vor Ort. Bei Ansicht der Schwere des Szenarios wurde lauter Alarm gegeben und schließlich waren 59 Einsatzkräfte, 49 von den Ortswehren Langenhagen und Krähenwinkel und zehn Kräfte der Johanniter vor Ort.
Nach 21 Minuten waren alle sieben Verletzten (die von der Jugendfeuerwehr Isernhagen gespielt wurden) geborgen, das Gebäude evakuiert. Um 19 Uhr war der „Brand“ gelöscht.
Harald Garlisch zeigte sich mit dem Verlauf der Übung und der Geschwindigkeit zufrieden. Und die Gäste im Hotel Grethe können sicher sein, dass sie in einem optimal brandgeschützten Umfeld unterkommen, denn die Rauchmelder im Hotelbereich gingen lange vor dem eigentlichen Beginn der Übung los - kaum waren die Geräte, die eine Rauchentwicklung hervorrufen sollten eingeschaltet, piepte es durchdringend im ganzen Haus.
Dieter Heinrich vom Hotel Grethe hatte bei einer Brandschutzüberprüfung in seinem Haus gemeinsam mit der Feuerwehr die Idee entwickelt, eine Übung im Hotel durchzuführen. Und für die Bereitschaft, auch im Ernstfall für die Bevölkerung selbstlos da zu sein, zeigte sich das Hotel Grethe im Anschluß an die Übung erkenntlich - die Feuerwehreinsatzkräfte waren zum Essen eingeladen.
Die Übung zeigte, dass sich die Feuerwehrleute in ganz reale Gefahr begeben, denn die dichte Rauchentwicklung ließ den Einsatz auf der Leiter und die Bergung der Verletzten im Treppenhaus zu einer engen Angelegenheit mit Verletzungspotential werden. Verletzte aus einem brennenden Stockwerk zu retten ist immer auch für den Feuerwehrmann oder die Feuerwehrfrau gefährlich. Bedenkt man, dass die freiwilligen Feuerwehren sogar im Einsatzfall ohne Aufwandsentschädigung arbeiten, so zeigen spektakuläre Einsatzübungen wie jene am Montag, dass die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr nicht hoch genug geschätzt werden kann.

