| PFERDEgeschichten: Fehdelust in Calenberg |
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Eine bekannte Episode aus Langenhagens Geschichte ist ein besonders rasanter Überfall, der in Langenhagen im 16. Jahrhundert stattfand. Mit 300 Pferden fiel der Junker Christoph von Haus in Langenhagen ein. Grund dafür war eine Fehde mit Elisabeth der Herzogin von Calenberg. In der „Geschichte der Lande Braunschweig und Lüneberg für Schule und Haus, Bände 1-2 von Wilhelm Havemann, veröffentlicht 1837, finden wir das Ereignis lebendig beschrieben.
Verärgerter Ritter sammelt Reiterschar „Mit dem Edlen von Bolzen, dem Letzten dieses Geschlechts, hatte Christoph von Haus, ohne zuvor die landesherrliche Einwilligung eingeholt zu haben, eine Erbeinigung aufgerichtet, derzufolge der Eine nach dem Tode des Andern in dessen Güter eintreten sollte.“, schreibt Havemann. „Wie nun der von Bolzen mit Helm und Schild begraben worden war, belehnte Elisabeth im Namen Erichs ll. den Jobst von Gladebeck und Caspar Steg mit den Gütern des Verstorbenen. Alsbald ließ Christoph von Haus, nachdem er vergeblich hiergegen protestirt hatte, drohende Worte fallen, warb Knechte, schweifte mit einem Gefolge von häufig 100 Pferden durch das Fürstenthum, und erreichte durch Kundschaft und listige Anschläge, daß er sich des Caspar Steg bemächtigte und diesen an unbekannter Stätte verbarg.“ Beim Plündern von Bauern überrascht Doch von Haus war nicht zufrieden damit, einen Widersacher um das Vermögen des von Bolzen gefangengenommen zu haben. Nun wollte er mehr - und das wurde ihm zum Verhängnis, denn er hatte nicht mit der Tatkraft der Langenhagener gerechnet, die sich mit einer Jagd zu Pferde bestens auskannten. „Sodann überfiel er, unterstützt von mehreren Herren von Adel, mit 300 Pferden die Voigtei von Langenhagen, bemächtigte sich der dortigen Habe, und suchte den fürstlichen Rentmeister gebunden mit sich fortzuführen.“ Soweit so aufregend für die Langenhagener, die dies mit ansehen mussten. Doch sie fackelten nicht lange: „Noch war der Ritter mit dem Plündern beschäftigt, als die Bauern, trotz des vorsichtig verstopften Schlosses der Kirchenthür, in das Gotteshaus drangen, die Sturmglocke anzogen, dem forteilenden Ritter nachsetzten, und ihn auf dem Wege nach Gifhorn sammt vier seiner Genossen gefangen nahmen.“
Bauern stellen die Ordnung wieder her Langenhagener Bauern halfen ihrer Fürstin Elisabeth, die Ordnung wieder herzustellen: „Somit kehrte der Friede ins Land zurück, und der Gefangene erhielt nur gegen die Loslassung von Caspar Steg und dem Renntmeister und die bedeutende Lösesumme von 11,000 Thalern seine Freiheit wieder.“ Wie mögen sie gegen den Ansturm der Adeligen auf ihren Pferden angekommen sein, die Langenhagener Bauern? Zumindest waren ihre Reittiere offensichtlich denen des Calenberger Adels ebenbürtig, sonst hätten sie die Reiterschar kaum stellen und die Ordnung wieder herstellen können.
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