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20. Jhdt.: 1951 bis 1959 Drucken E-Mail

Die fünfziger Jahre: Langenhagen bekommt ein Kino, eine neue Siedlung am Silbersee und eine Zentralkläranlage. Und zum Ende des Jahrzehnts wird aus dem Dorf eine Stadt - Langenhagen werden 1959 Stadtrechte verliehen.

1951 50 Jahre Volksschule I: In einer Feierstunde wird am 11. Oktober 1951 das 50jährige Bestehen der Volksschule I in der Kananoher Straße gefeiert. Damit verbunden ist die Einweihung zweier neuer Klassenräume. Umrahmt wird die Feier mit Gedichten, Gesang und Musik.

 

 

1952 Gefährdeter Flugverkehr durch Drachensteigen: Durch den neuen Flughafen Hannover-Langenhagen kommt es besonders für die Kleinen zu Unannehmlichkeiten. Das Drachensteigen kann im Raum Langenhagen nur noch eingeschränkt stattfinden. Leider ist es schon vorgekommen, das Flugzeuge nur mit Verzögerung landen konnten, weil Drachen in der Einflugschneise standen. Deswegen dürfen zwischen der Godshorner Straße und der nördlichen Gemeindegrenze ab sofort keine Drachen mehr hochgelassen werden.

 

1953 Jugendheim wird seiner Bestimmung übergeben: In einer Feierstunde überreicht am 16. März 1953 der Architekt Hans Lassen den Schlüssel des Jugendheimes dem Gemeindedirektor Otto Schwarz. Damit ist das Jugendheim seiner Bestimmung übergeben. Schwarz betont in seiner Eröffnungsrede, dass es wichtig sei, auch an die Seele des Menschen zu denken, die neben Wohnungen und Fabriken im Krieg zu großen Teilen zerstört wurde. Deshalb gehöre es zu den kommunalen Aufgaben, kulturellen Problemen gerecht zu werden. Im neuen Jugendheim werden vor allem wichtige Institutionen wie die Volksbücherei, der Ortsjugendring und die Volksschule einen Wirkungsort finden.

 

1954 Auf der Umgehungsstraße rollt der Verkehr: Genau um 14 Uhr am Samstag, 14. Januar 1954, werden nach langer Zeit die Sperrschilder der Umgehungstraßeneinfahrt weggeräumt. Der in Richtung Flughafen-Krähenwinkel-Kaltenweide führende Schnellweg ist somit für den Fahrzeugverkehr freigegeben. Seit Herbst 1952 war an der Umgehungsstraße gearbeitet worden. Insgesamt wurden drei Millionen Mark dafür ausgegeben, miteinbezogen sind der Bau einer neuen Eisenbahnbrücke, eine Unterführung für den Viehdurchtrieb und der Verteilerkreis an der Schleife.

 

1954 Schulneubau war dringend notwendig: Im Frühjahr des Jahres 1954 kann nach Überwindung anfänglicher Schwierigkeiten mit dem Bau einer neuen Schule begonnen werden. Die Situation im Bereich der Langenhagener Schulen gestaltet sich bis dato katastrophal. 1300 Kinder werden in dem 1937 eingeweihten Schulgebäude in vier Systemen unterrichtet und müssen mit acht regulären Klassenräumen, mit Behelfs- und Nebenräumen vorlieb nehmen. Die Platzwahl und die innere und äußere Gestaltung der neuen Schule sind lange Zeit Mittelpunkt der Diskussionen gewesen. Entschieden wurde, eine Schule mit zwei Vollgeschossen zu errichten, in denen 12 Klassenzimmer, drei Gruppenräumen, ein Lehrerzimmer, ein Rektorzimmer und ein Raum zur besonderen Verwendung untergebracht sind. Im Ostteil sind Handarbeitsraum und Werkraum gelegen. Im Westflügel sind für die landwirtschaftliche Berufsschule zwei Fachklassen mit einer Lehrküche untergebracht.

 

1954 Aero-Filmtheater wird eröffnet: Am 23. Oktober öffnet das neue Aero-Filmtheater zum ersten Mal seine Türen für die Öffentlichkeit. Etwa 550 Menschen können auf den neuen Polstersesseln Platz nehmen. Geschäftsführer Walter heißt die Gäste zur Eröffnungsveranstaltung um 20 Uhr Willkommen. “...und ewig bleibt die Liebe” mit Ulla Jacobsen und Karlheinz Böhm ist der erste Film, der an diesem Abend über die nagelneue Leinwand flimmert. 

1955 Neue Siedlung am Silbersee: Nach dem zweiten Weltkrieg war die Wohnungsnot auch in Langenhagen groß. Viele Menschen, ausgebombt oder aus der Heimat vertrieben, schritten zur Selbsthilfe und errichteten sich in der Nähe des Silbersees Wohnlauben und Hütten. Kaninchenställe und Gärten sorgten daneben für die fehlenden Lebensmittel. Diese Schwarzbauten wurden alsbald zu einem Sorgenkind der Stadt, hatten die Silberseesiedler schließlich kein Geld, sich dort vernünftige Häuser zu bauen. Die Stadt konnte lange Zeit ebenfalls nicht helfend eingreifen, da das Gebiet dem Bund gehörte und als Truppenübungsplatz vorgesehen war. Als Generalpacht wurde das Gelände schließlich der Stadt übergeben. Nun erst konnte man an die Planung einer Siedlung gehen. Es werden zunächst 15 Ein-Familienhäuser entstehen, denen weitere folgen.

 

1956 Bau einer Zentralkläranlage: Die stetig steigenden Bevölkerungszahlen bringen Probleme mit sich, die den Bau einer Kläranlage unabwendbar machen. Um diesem Problem, die Errichtung der Anlage wird viel Geld kosten, Herr zu werden, gründet sich am 13. Dezember 1954 der Abwasserverband Osterriede. Die Anlage soll nördlich der Bothfelder Straße zwischen dem Altersheim und der Silberseesiedlung entstehen.

 

1959 Langenhagen wird Stadt: Auf der Ratsversammlung am 5. März 1957 wird der Vorschlag der SPD-Fraktion, Langenhagen den Status Stadt zu verleihen, angenommen. Nun wird der Antrag seinen Weg über die Aufsichtsbehörden des Innenministeriums nehmen. Diese haben das letzte Wort zur Verleihung der Bezeichnung ‘Stadt’ an die Gemeinde Langenhagen. Die Genehmigung wird gegeben, sodass aus der Gemeinde Langenhagen am 2. März 1959 die Stadt Langenhagen wird. In einer feierlichen Stunde übergibt Niedersachsens Innenminister, Hinrich Kopf, im Ratssaal des Rathauses die Urkunde zur Verleihung der Bezeichnung ‘Stadt’ dem Bürgermeister August Wagener.   Bereits 1957 war der Antrag der SPD-Fraktion zur Verleihung des Status Stadt angenommen worden. Dennoch dauerte es zwei Jahre, bis Langenhagen den Titel tragen durfte. Gründe für die Stadtwerdung sind zahlreich vorhanden. Hauptsächlich ist es eine Repräsentativfrage, aber auch eine Erleichterung in politischen Entscheidungen wird erhofft.   Der 2. März ist für alle Langenhagener ein Feiertag. Die 23.476 Seelen zählende Stadt feiert ausgelassen bis in die Abendstunden. Die Schüler der Schulen bekommen ab 9 Uhr schulfrei, sodass auch sie diesen großen Schritt mitfeiern können.

 

1959 Erstes Reisebüro Langenhagens: Urlaub in greifbarer Nähe! Dank des im Januar eröffneten Reise- und Verkehrsbüros, hat die Flughafenstadt Langenhagen jetzt ihr Reisebüro direkt vor der Haustür. Reisen, die dank des Flughafens von Langenhagen gestartet werden, können jetzt also auch hier gebucht werden.

 

1959 Grammophongesellschaft nimmt nimmt den Betrieb auf:  Bereits 1898 begann Joseph Berliner in Hannover im Grammophonwerk, Schallplatten zu pressen. Er wird von seinem Bruder, dem Hannoveraner Emil Berliner, Erfinder des Grammophons, beauftragt, ein Werk in Hannover zu bauen. 1958 wird beschlossen, eine Niederlassung in Langenhagen zu errichten. 1959 wird nun mit der Produktion begonnen.




 

Der neue Waldkater

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