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Langenhagen ist zu weiten Teilen zerstört. Die Zeit des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg ist eine harte Zeit, die sich die nachgeborenen Generationen nicht mehr vorstellen können. Erstaunlich schnell geht trotz allem der Wohnungsbau - und zum Ende des Jahrzehnts wird Langenhagen Flughafenstadt.
1945 Die Probleme, die nach Ende des zweiten Weltkrieges allen Sorgen bereiten, sind Wohnungsnot, Flüchtlingselend, Schulraumnot, der Mangel an Bekleidung und Nahrung und vieles mehr. Beispielsweise kann der Schulbetrieb erst nach kleinen Reparaturarbeiten im Winter 1946/47 wieder aufgenommen werden. Den 565 Kindern stehen nur vier Klassenräume zur Verfügung. Provisorischer Aufbau, um wenigstens den Bürgern der Stadt Hilfe leisten zu können, wird erschwert durch den heftigen Flüchtlingsstrom. Als die vordringlichste Arbeit der Gemeindeverwaltung galt die Beseitigung der Raumnot, denn Tausende von Elendsquartieren prägen das Gemeindebild. Dennoch kann erst 1949 mit dem gezielten Aufbau der zerstörten Stadt Langenhagen begonnen werden, durch die großen Missstände sind bis dato der Verwaltung die Hände gebunden. Danach verzeichnete Langenhagen eine rasante Entwicklung. Waren zu Kriegsbeginn noch 2 300 Wohnungen in der Gemeinde vorhanden, sind es im Dezember 1950 bereits 2 427 und im Juli 1959 gar 5 792 Wohnungen.
1947 Norta produziert wieder: Die Norddeutsche Tapetenfabrik hat im Herbst 1947 die Produktion wieder aufgenommen. Kurz vor Kriegsbeginn 1939 hatte die Norta ihren höchsten Stand an technischer, künstlerischer und wirtschaftlicher Entwicklung erreicht. Obwohl mehrere Mitarbeiter, darunter der Sohn des Mitbegründers, Erwin Breimer, einberufen wurden, konnte die Produktion während der ersten Kriegsjahre aufrechterhalten werden. 1940 wurden die Auswirkungen des Krieges spürbar, wichtige, unersetzliche Mitarbeiter wurden eingezogen. Der Mangel an Mitarbeitern und Rohstoffen führte zu Einschränkungen der Produktion. 1943 entzündeten Brandbomben ein Fertigwarenlager und den Dachstuhl des Verwaltungsgebäudes, nur zwei Wochen später ging das gesamte Rohpapier, ein weiteres Fertigwarenlager und der größte Teil des Druckwalzenlagers in Flammen auf. Der gesamte Schaden belief sich auf rund einer Million Reichsmark. Ende 1943 wurde die Tapetenfabrik stillgelegt. Erst am 30. Juni 1947 wurde die Fabrik wieder für die Produktion freigegeben. Es erfolgte die Beseitigung der Kriegsschäden und die Vorbereitung der Produktion, die schließlich im Herbst wieder aufgenommen werden konnte.
1949 Arbeitsgemeinschaft kriegsblinder Weber gegründet: Die Gründung der Arbeitsgemeinschaft kriegsblinder Weber am 28.Oktober 1949 ist ein Ausweg für viele vom Krieg gezeichneter Menschen. Die Arbeitsgemeinschaft ist die Idee von Heinz Knaack und vielen anderen Menschen, die im Krieg erblindet sind. Sie haben gemeinsam in Mehle, Kreis Alfeld, eine Blindenweberschule besucht. Bisher konnten die gelernten blinden Weber nur unter Aufsicht ihrer Frauen zu Hause ihrer Arbeit nachkommen. Mit der Arbeitsgemeinschaft versucht man nun unter der Leitung von Heinz Knaack einen Ausweg aus der Misere zu finden. In den Kolkwiesen ist das passende Gelände gefunden worden, um alsbald mit dem Bau einer kompletten Siedlung zu beginnen. Am 15. Mai 1951 wird dann der Grundstein für das geplante Unternehmen gelegt.
1949 Volksbücherei eröffnet: Pünktlich zum 200sten Geburtstag des großen Dichters Johann Wolfgang von Goethe wird in Langenhagen eine Volksbücherei eröffnet. Mit 900 Büchern aus der Bevölkerung startet der ehrenamtlich tätige Bibliothekar Werner Schneidewind und sein kleiner Stab von Mitarbeitern, um die Bibliothek zu einer der besten in Niedersachsen auszubauen. Schon früher gab es im Ort eine kleine Bücherei. Die wenigen Bücher, die den Krieg überstanden haben, sind teilweise allzu eng mit dem Tausendjährigen Reich verknüpft oder aber überwiegend billige Trivialliteratur. Aus diesem Grund kam von der Vorsitzenden des Kulturausschusses, Frau Kade, der Vorschlag, eine Volksbücherei zu gründen, die vorerst die Räume der Schule I nutzen wird.
1949 wird auch der Flughafen eröffnet. Dessen Geschichte kann man gesondert hier lesen.
1950 Norta exportiert: 1950 kann nun der Export nach Belgien, in die Schweiz, nach Island und Britisch Indien weitergehen. Der Export beträgt 3,5 Prozent der noch längst nicht der Vorkriegszeit entsprechenden Produktion. Die Zahl der Beschäftigten ist bereits wieder auf 144 Arbeiter angestiegen. Die meisten Angestellten sind in den noch vor Kriegsbeginn gebauten Mitarbeiterwohnungen untergebracht. 1953 feiert die Firma ihr 50jähriges Bestehen - eine Erfolgsgeschichte. Die Norta gilt als die Wiege der Langenhagener Industrie.
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