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Vorwerk-Gerth: CDU wehrt sich Drucken E-Mail

In der Ratssitzung am Montag hat Sonja Vorwerk-Gerth unter anderem vorgetragen, dass auf eine Mail von ihr an die CDU-Fraktionsmitglieder keine Rückmeldung gekommen sei. Darum mache sie ihre "Beschwernisse nun öffentlich" und ziehe Konsequenzen. CDU-Fraktionschef Mirko Heuer wies jetzt nach, dass Vorwerk-Gerth in der Ratssitzung nicht die Wahrheit gesagt hat.

 

 

Was in der Fraktionssitzung zuvor passiert war, bleibt der Öffentlichkeit unbekannt. Sonja Vorwerk-Gerth schrieb jedoch am Freitag an ihre Fraktionskollegen: „...entsetzt habe ich am Mittwochabend dieses Rathaus verlassen. Zukunftsweisend zu arbeiten, um nach 5 Jahren nicht mit noch weniger Sitzen weiter machen zu müssen, halte ich für unabdingbar. Man kann nicht aus irgendwelchen persönlichen Gründen an alten „Erbhöfen“ festhalten. Was mich dann richtig geschockt hat, war diese „Hasstirade“ eines unserer Mitglieder gegen den politischen Gegner! Wir müssen unseren politischen Gegner nicht lieben, aber, verdammt noch mal, mit Menschen respektvoll umgehen. CDU = Christlich Demokratische Union! Dem „C“ sollte in unseren Reihen wirklich ein bisschen mehr Bedeutung zukommen.“


Die Mail trug sie komplett in der Ratssitzung am Montag vor und erläuterte, sie habe ihr Schreiben versandt, „meines Erachtens auch noch in der richtigen Zeit, eine Veränderung herbeizuführen“, aber: „Passiert ist nichts. Keine Reaktion. Kein Anruf. Keine Rückmail.“

Schon in der Ratssitzung konnte man dem Blick der CDU-Fraktionsspitze Ungläubigkeit anmerken. Und tatsächlich kann Mirko Heuer nachweisen, dass Sonja Vorwerk-Gerth nicht die Wahrheit gesagt hat.

Er schildert die Ereignisse des vergangenen Freitag: „Um 14:41 Uhr hat Frau Vorwerk-Gerth die, in der Ratssitzung verlesene, Mail an die CDU-Fraktion verschickt. Ich habe die Mail gelesen und sofort versucht, sie telefonisch zu erreichen. Die nette Dame im Vorzimmer wollte mich eigentlich auch verbinden, musste jedoch überrascht feststellen, dass Frau Vorwerk-Gerth plötzlich schon die Firma verlassen hatte.“ Heuer will aber nicht locker lassen. „Ich habe eine Rückrufbitte hinterlassen und versucht, sie auf dem Handy zu erreichen. Nachdem das erfolglos blieb, habe ich nur eine knappe  dreiviertel Stunde später eine Mail an Frau V.-G. versandt. Auf diese habe ich bis heute, trotz Nachfrage auf dem Stadtball, auf dem ich unter Zeugen ein weiteres Gespräch mit Ihr über das Thema geführt habe, und der dabei erfolgten Zusicherung einer Antwort, keine Reaktion erhalten.“ Die Mail von Mirko Heuer mit dem Sendezeitvermerk „Datum: Fri, 4 Nov 2011 15:34:47 +0100 (CET)“ liegt der Redaktion vor. Mirko Heuer und seine Mitstreiter verstehen nicht, warum Sonja Vorwerk-Gerth dazu in der Ratssitzung gelogen hat.

„Vor diesem Hintergrund ist die Behauptung, keiner hätte sich bei ihr gemeldet, eine echte Frechheit“, so Mirko Heuer.

 

Marco Zacharias als Vorsitzender der Kernstadt-CDU forderte die ehemalige CDU-Frau nun schriftlich auf, ihr Mandat zurückzugeben.

„Als Vorsitzender der Kernstadt-CDU fordere ich Sie mit dieser Mail offiziell dazu auf, Ihr Mandat an die CDU zurückzugeben. Sie haben auf einer Liste der CDU kandidiert und bereits angekündigt, Ihr Mandat zurückzugeben, falls die Partei dies wünsche. Dieses haben Sie gestern noch einmal durch das Verlesen der Mail bekräftigt, sodass ich davon ausgehe, dass Sie Ihrer Ankündigung auch Taten folgen lassen. Diese Mail erhalten die lokalen Presseorgane zur Kenntnis, da wir beide ja große Freunde der Transparenz sind.“

Eine Forderung von Partei oder Fraktion an Mike Scheer, sein Mandat zurückzugeben, hat es hingegen bisher nicht öffentlich gegeben. Scheer und Vorwerk-Gerth bilden im Rat jetzt eine zweiköpfige Gruppe.

 

 




 

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