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Behrens mit Speich ohne BBL Drucken E-Mail

Sie waren die "Stars des Wahlabends": Das BBL - Bündnis unabhängiger Bürger in Langenhagen - gewann aus dem Stand drei Mandate. Doch wenn sich kommenden Woche der neue Rat konstituiert, wird es keine 3-Mann-starke BBL-Fraktion geben. Wilhelm O. Behrens bildet gemeinsam mit Bernd R. Speich, dem einzig verbliebenen FDP-Mann im Rat, die "ULG" = Unabhängig/Liberale Gruppe. Nur Jens Mommsen und Werner Knabe bilden gemeinsam die BBL-Fraktion.

 

Es sind drei ausgeprägte Typen, die von der Bevölkerung als BBL in den Rat gewählt wurden. Die BBL hatte sich im Vorfeld der Wahl thematisch positioniert und ihre fünf Kandidaten als Themenfachleute bekanntgemacht, die im Rat in bestimmten politischen Feldern ihre Kernkompetenzen einbringen sollten. Daraus wird nun nichts, denn statt einer Drei-Mann-Fraktion der BBL und einem einsamen FDP-Mann gibt es künftig zwei Zweier-Gruppierungen.

 

Wilhelm O. Behrens hat seine Entscheidung am Montag in einer Presseinformation bekanntgegeben: „ Ich bin in der Wahl vom 09.11.2011 auf der, von mir mitbegründeten, Liste des BBL in den Rat der Stadt Langenhagen gewählt worden. Mit meinen beiden Mitkandidaten/-gewinnern von dieser Liste, Jens Mommsen und Werner Knabe, war angedacht, eine Fraktion zu bilden. Nach langwierigen Diskussions- und Abstimmungsprozessen bin ich zu der Entscheidung gekommen, dieser Fraktion nicht beizutreten. Dies ist auch ein Grund dafür, dass ich dem Bürgermeister der Stadt Langenhagen heute mitgeteilt habe, dass ich mit dem Vertreter der FDP im Rat der Stadt eine Gruppe bilde. Nur so sehe ich jetzt noch die Möglichkeit meine politischen Ansätze in die Arbeit des Rates einzubringen. Dies sind unter anderem eine Konsolidierung des Haushaltes (Verringerung der Schulden), bessere Einbindung der Bürger in die Entscheidungsfindung des Rates, eine Stärkung der politischen Einflussnahme der Kernstadt.“

 

Auch nach vierwöchiger Diskussion sei man sich nicht einig geworden, sagt Behrens auf Anfrage, ohne auf inhaltliche Details eingehen zu wollen. Bernd R. Speich von der FDP habe schon vor einiger Zeit angefagt, ob man gemeinsam eine Gruppe gründen wolle. Von den beiden BBL-Mitstreitern sei dies aber „kategorisch abgelehnt" worden, so Behrens. Für ihn sei Speich ein erfahrenes Ratsmitglied, von dem man viel über die Abläufe lernen könne. Darum entschied sich Behrens schließlich zur Gruppenbildung mit dem FDP-Mann. Zwischen ihm und seinen beiden Wahlsiegerkollegen muß es hoch hergegangen sein, denn Behrens lässt durchblicken, dass er auch zum Verzicht auf das Ratsmandat aufgefordert worden sei.

Das Band sei jedoch nicht für immer zerschnitten, betont Behrens, der eine zukünftige Zusammenarbeit mit der verbleibenden BBL nicht ausschließt.

 

KOMMENTAR:

Die etablierten Parteien können sich jetzt ins Fäustchen lachen. Dass sich die streitbaren Männer der BBL schon zerstritten haben, bevor die Ratsarbeit losgeht, wird für Amüsement sorgen. Für Bernd Speich ist das ein Glücksfall, denn als allein verbleibender FDP-Mann hätte er nur noch Grundmandat ohne Stimmrecht in den Ausschüssen gehabt  - und vermutlich auch sein Fraktionszimmer räumen müssen. Einzelne Ratsmitglieder ohne Gruppen- oder Fraktionsstatus haben es schwer. Nun hat Speich wieder einen Mitstreiter und kann in seinem Büro bleiben. Werner Knabe war auch schon mal allein. Er verließ in der Ratsperiode zwischen 2001 und 2006 die SPD-Fraktion - um dann gemeinsam mit der FDP eine liberale Gruppe zu bilden. Das scheint für ihn nicht sonderlich erquicklich gewesen zu sein, denn jetzt wollte er den einzelnen FDP-Mann nicht in eine Gruppe mitnehmen.

So hat nun Wilhelm Behrens das erfahrene Ratsmitglied Speich an seiner Seite. Jens Mommsen macht sich mit dem erfahrenen Wiedergänger Knabe auf den Weg in die Ratsarbeit.

Aber über beiden Gruppierungen weht bereits das Warn-Fähnchen der Einigungs-Schwierigkeit. Kein guter Start für die neuen drei Ratsmitglieder, die zur Wahl gemeinsam als BBL firmierten. Wählerinnen und Wähler, die der thematischen Ausrichtung glaubten, die eine starke Gruppe der kritischen Bürgerfrager wünschten, könnten jetzt bereits enttäuscht sein.

Und es zeigt sich, dass Langenhagen froh sein kann, dass die BBL nicht zum Zünglein an der Waage der Ratspolitik wurde.  Jetzt müssen sich die drei vormaligen BBL-Männer wieder jeder für sich und persönlich profilieren.

Immerhin fünf Jahre lang können sie beweisen, dass die Bevölkerung doch richtig an ihnen gewählt hat.

Bettina Reimann

 

 

 




 

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