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Die beliebtesten PolitikerInnen Drucken E-Mail

Jede Kommunalwahl ist auch ein Schaulaufen der persönlichen Ambitionen, der Frage, wer die meisten persönlichen Stimmen auf sich vereinen kann. Von den 11 populärsten Kandidaten und Kandidatinnen 2006 treten vier nicht mehr an. Wer sind die neuen Sympathiefiguren in der politischen Szene? Gibt es Überraschungen? Wer hat enttäuscht? Und wie haben die "Besten für den Westen" für Turbulenzen bei der Mandatsverteilung gesorgt?

 

Auf den ersten Blick fällt beim Vergleich 2006 zu 2011 auf: Es gibt nur noch wenige "Lichtgestalten" in Langenhagens Politik, Personen, die 1000 und mehr persönliche Stimmen erhalten haben. Da wär natürlich Willi Minne, der doppelt so viele Stimmen hat, wie der Zweitplatzierte 2011. Der einzige mit mehr als 1000 Stimmen.

 

Shooting-Star aus Kaltenweide:

Ebenfalls auffällig: Dieser Zweitplatzierte, Wolfgang Langrehr, war zuvor nicht in den Top-11. Er ist in die Spitze aufgerückt, aus der die beiden BürgermeisterkandidatInnen von 2006 verschwunden sind. Neu auf Platz 6: Mirko Heuer, der CDU-Fraktionschef im Rat. Gudrun Mennecke, Mike Scheer, Marco Brunotte und Elke Zach konnten ihre Positionen in etwa verteidigen. Ebenfalls neu im Top-Ranking ist Dr. Marc Köhler von der SPD, genauso wie Dietmar Grundey und Lutz Döpke von der CDU.

 

Kurioses Wahlergebnis im Wahlbereich 5:

Auffällig ist, dass drei CDU-Männer aus dem Wahlbereich 5 in der Top-Liste sind - und keiner davon ist aus Godshorn. "Die Besten für den Westen" war die polarisierende Wahlkampagne, die sich Engelbosteler und Schulenburger CDU-Kandidaten zu eigen machten. Eine innerparteiliche Positionierung gegen die Godshorner Kandidaten. Und das hat offensichtlich gefruchtet. Laut Auswertung der Region ist Döpke damit vom letzten Listenplatz in den Rat eingezogen.

Draussen ist allerdings auch Ulrich Müller. Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende, der Döpke in der parteiinternen Abstimmung vom aussichtsreichen Listenplatz vertrieb, ist raus. Dafür haben die "Besten für den Westen" mit ihren persönlich hohen Stimmergebnissen gesorgt.

 

Erfolgreicher BBL-Mann im Wahlbereich 4:

2006 haben wir die Liste der populärsten PolitikerInnen Langenhagens bis zum Platz 11 weitergeführt, da dort der bestplatzierte Grüne vertreten war und wir damit zeigen wollten, dass Grüne zu hoher persönlicher Popularität gelangen können. Doch Dirk Musfeldt konnte diesen Platz nicht halten - er wurde ihm von einem BBL-Bewerber aus dem gleichen Wahlbereich streitig gemacht. Dr. Jens Mommsen ist damit einer der Shooting-Stars in der Rats-Popularität. Viel Vorschuß-Popularität für einen der schärfsten Bürgermeister-Kritiker in Langenhagen.

 

Wahlbereich 3: Behrens an Platz 3

In die Top-Liste der 11 Besten sind sie knapp nicht gekommen - doch die beiden KandidatInnen, die im Wahlbereich 3 auf den Plätzen 2 und 3 landen, sind trotzdem erwähnenswert. Gesine Saft, die 2006 an Platz 1 kandidierte und nun den Platz 2 hatte, konnte mehr persönliche Stimmen auf sich vereinen als Bernhard Döhner, der 2011 in der Liste vor ihr stand. Und Wilhelm Behrens, der BBL-Kandidat, schaffte es mit 406 Stimmen auf den dritten Platz. Eindeutiger Sieger in diesem Wahlbereich: Marco Brunotte.

 

Wahlbereich 2: Heuer vor Knabe

Im Wahlbereich 2 ist Mirko Heuer von der CDU der persönliche Stimm-Wahlsieger. Gegen seine 776 Stimmen sehen die anderen Listenkandidaten blass aus. Besonders bei der SPD haben sich die Stimmen stark verteilt. Um den Zweitplatzierten des Wahlbereiches zu finden, muß man ganz nach unten scrollen: Werner Knabe von der BBL schaffte 290 Stimmen und damit mehr persönliche Stimmen als die bestplatzierte SPD-Kandidatin Irina Brunotte auf Platz 3. Auf der Liste mit den am weitesten gestreuten persönlichen Stimmen gibt es noch einige Auffälligkeiten: So konnte Martin Beck auf Listenplatz 11 die drittmeisten CDU-Stimmen einheimsen. Beck, der 2006 noch auf einem vorderen Platz kandidierte und dann freiwillig aus dem Rat ausschied, gehörte bei der letzten Wahl noch in die Top Ten. Einige seiner Wähler haben ihn offensichtlich auch ganz unten auf der Liste wiedergefunden.

Bei der SPD hat Ursula Frank-Kuschel auf dem Listenplatz 5 die zweitmeisten SPD-Stimmen einheimsen können. Hat die beliebte IGS-Lehrerin persönliche Stimmsympathien ehemaliger SchülerInnen bekommen?

 

 

Wahlbereich 1: Zach vor Vorwerk-Gerth

Im Wahlbereich 1 gibt es ebenfalls eine "einsame Spitze". Elke Zach hat hier fast dreimal so viele Stimmen erhalten wie die Zweitplatzierte Sonja Vorwerk-Gerth. Für die CDU-Politikerin sollte es ein fulminantes Comeback nach zehn Jahren Ratspause werden. Mit einem aufwändigen persönlichen Wahlkampf warb sie um Stimmen - und schien am Wahlabend enttäuscht von ihrem Stimmergebnis, das fern der Top-Rankings war. Die Drittplatzierte im Wahlbereich, Anja Sander von der SPD, konnte ohne hohen finanziellen Wahlkampf-Einsatz fast dasselbe Ergebnis erreichen und gehört damit zu den erfolgreichen Neulingen im Rat.

 


Meiste persönliche Stimmen 2006:

Dr. Susanne Schott-Lemmer, CDU: 2391

Willi Minne, SPD: 2305

Friedhelm Fischer, SPD: 1612

Gudrun Mennecke, SPD: 1167

Mike Scheer, CDU: 840

Gesine Saft, CDU: 808

Marco Brunotte, SPD: 786

Elke Zach, SPD: 745

Wolfgang Kuschel, SPD: 730

Martin Beck, CDU: 646

Dirk Musfeldt, Grüne: 611

Meiste persönliche Stimmen 2011:

Willi Minne, SPD: 1908

Wolfgang Langrehr, SPD, 939

Gudrun Mennecke, SPD: 804

Mike Scheer, CDU: 782

Marco Brunotte, SPD: 777

Mirko Heuer, CDU, 776

Elke Zach, SPD: 697

Dr. Marc Köhler, SPD: 635

Dietmar Grundey, CDU: 596

Lutz Döpke, CDU: 439

Jens Mommsen, BBL: 435


 




 

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