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„Mit der im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP beschlossenen Einführung eines Betreuungsgeldes von monatlich 150 Euro ab 2013 für Familien, die ihre Kinder unter drei Jahren zu Hause betreuen, werden fatale bildungs-, arbeitsmarkt- und gleichstellungspolitische Fehlanreize gesetzt“, so die familienpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Caren Marks. So würden überkommene Rollenmuster zwischen Männern und Frauen verfestigt und Familien benachteiligt, die Familien- und Erwerbsarbeit vereinbaren wollen.
„Durch das Betreuungsgeld werden vor allem Kinder aus benachteiligten Familien schlechtere Bildungschancen erhalten. Denn für viele der benachteiligten Familien stellt das Betreuungsgeld einen sehr hohen Anreiz dar, ihre Kinder zu Hause zu behalten. Alle Kinder sollten aber von Anfang an eine bessere Integration, einen besseren Spracherwerb und eine bessere Bildung unabhängig vom Geldbeutel der Eltern erhalten“, so die Abgeordnete. Denn gute Bildung von Anfang an und soziale Kontakte zu Gleichaltrigen seien eine der wichtigsten Grundlagen, die wir Kindern für ihren Lebensweg mitgeben können.
Marks weiter: „Studien zeigen, dass Kinder von einem frühen Besuch guter Kindertageseinrichtungen für ihre Bildungsbiographie profitierten. Dies trifft auf alle Kinder zu, nicht nur auf diejenigen aus benachteiligten Familien.“
Die meisten jungen Menschen wünschten sich heute außerdem beides: Familie und Beruf. Nur ca. 5% der jungen Frauen wollen laut aktuellen Studien ausschließlich Mutter und Hausfrau sein. Auch immer mehr Väter wollen beides: Erfüllung finden in Familie und Beruf. Ein Betreuungsausbau, so Marks, helfe den Familien mehr, als die Einführung eines Betreuungsgeldes. Anstatt den Ausbau der Kinderbetreuung schneller voranzutreiben und hierfür mehr Bundesmittel bereitzustellen, damit die durch die Finanzkrise angeschlagenen Kommunen den Betreuungsausbau auch schaffen, werde dieses Geld für eine überholte Familienpolitik ausgegeben.
Das Betreuungsgeld setze außerdem für Frauen falsche Anreize, nach der Geburt eines Kindes länger aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Dies habe zur Folge, dass die Mütter häufig nur schwer wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Weniger Rente und Altersarmut würden so oft vorprogrammiert.
„Und doch sollen noch mehr Milliarden für das Betreuungsgeld ausgegeben werden, die allemal besser in die frühkindliche Bildung von Kindern investiert werden müssten. Auf all dies hat die SPD immer wieder hingewiesen und das Betreuungsgeld in der Großen Koalition zu verhindern gewusst. Nun soll viel Geld zum falschen Zweck mit dem falschen Ziel ausgegeben werden - zum Schaden für die Familien, insbesondere für Kinder und Frauen“, so Caren Marks. |