| Nichtwähler: Warum? |
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Wenn, wie erwartet, am Sonntag nur noch die Hälfte der Wahlberechtigten ihr Recht wahrnimmt, die Zusammensetzung der kommunalen Gremien mitzubeschließen, dann gibt es kaum sinnvolle Antworten auf die Frage nach dem "Warum?". Frust, weil "die da oben" doch machen, was sie wollen? Das hört man jetzt schon lange genug. Das ist nicht wirklich ein Grund. Denn es gibt bei jeder Wahl genügend Alternativen - auch welche, die "denen da oben" eins auswischen wollen. Was kann also die Ursache dafür sein, wenn nur noch die Hälfte der Menschen sich für ihr wichtigstes demokratisches Recht interessiert? Ja, alles ist komplizierter geworden. Ja, es ist wirklich schwer, auseinanderzuhalten, was gut und böse, was richtig und falsch ist. Das Leben in einer immer komplizierter anmutenden Gesellschaft macht die Entscheidung schwer, besonders, wenn sich die tradierten Alternativen nur noch in Nuancen entscheiden. Wer ist denn in Langenhagen von den Parteien schuldig daran, dass zehn Jahre nach Beginn der Diskussion darum noch immer keine Badentscheidung gefallen ist? Das können selbst wir in den Redaktionen nicht richtig sagen... Ist Langenhagen arm oder reich? Kann es sich ALLES leisten oder vielleicht doch NICHTS? Auch darüber diskutieren wir selbst trefflich. Und dann die große Politik: Müssen wir echt Griechenland retten? Und kann uns mal irgendwer sagen, ob es uns wirklich schlechter ging, wenn wir Griechenland baden gehen ließen? Was dann passieren würde weiß keiner - dafür gibt es keinen Präzedenzfall.
Ja, die Komplexität der wirtschaftlichen Zusammenhänge bringt so manchem zum Ausstieg aus dem Mitdenken. Da bekommt man ja Hirnbrutzeln. Aber gar nicht mehr wählen? Andere entscheiden lassen - die es sicher auch nicht besser wissen? Nee, das kommt für uns nicht in Frage. Da ist es noch immer die beste Möglichkeit, sich aus den Programmen der Parteien Punkte herauszusuchen, mit denen man am besten übereinstimmt. Dann diese wählen und fünf Jahre lang aufmerksam beobachten, ob die Versprechen wahrgemacht werden. Ein einfaches Rezept. Und das einzig Sinnvolle.
Besser als "zumachen" und einfach nicht mehr um Politik kümmern. Bettina Reimann |