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Langenhagen leaks? Drucken E-Mail
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Was wäre, wenn wir unseren Mailpostkasten Leck schlagen lassen würden, um alle persönlichen Griffigkeiten der Langenhagener Politszene online zu stellen? Originell wär das, Spaß machen würde das - aber natürlich nicht den Beteiligten. Und darum würden die uns nie wieder sagen, was sie in Wirklichkeit vom Kollegen XY halten. Und darum machen wir das nicht. Das, was Langenhagener PolitikerInnen übereinander lästern, wäre allerdings deutlich angriffslustiger als das, was Mr. Murphy und seine Kollegen ge"kabelt" haben. Wikileaks ist das Topgesprächsthema des Tages. Sollte man mal reinschauen?

Die Analysen des amerikanischen Botschafters lohnen das Lesen, sagen aber wenig anderes als das, was deutsche Comedyformate bereits über die entsprechenden Persönlichkeiten veröffentlicht haben. Manchmal hat man direkt das Gefühl, Murphy habe bei Welke und Co. Inspiration bekommen. Manche Formulierungen sind wirklich hübsch, so zum Beispiel "unloved lame duck" für Günter Oettinger oder das Urteil: "Westerwelle is a domestic political animal with little appetite for foreign policy and international affairs" über Westerwelle. Die Botschaftsangestellten befleissigen sich eines teilweise wirklich hübschen Schreibstils, der die deutsche Bundespolitik schön karikiert. Murphy, der Botschafter, ist mir direkt sympathisch geworden beim Lesen!

 

Sprengkraft haben die Eintragungen der Berliner Botschaft eher nicht. Anders ist das bei den Depeschen aus dem arabischen Raum. Wenn es schon anfängt mit "This cable responds to Ref A request for evaluations of third-country reactions to possible U.S. engagement with Iran" kann man sich denken, dass die Antworten nicht wirklich für die Öffentlichkeit, also zum Beispiel im Iran, geeignet sind.

Für investigativ-Lesebegeisterte mit problemfreien Englischkenntnissen ist www.cablegate.wikileaks.org derzeit ein Riesenfundus an Recherchierfreude. Empfehlenswert sind vor allem die Berichte aus den Botschaften am Golf. Amman zum Beispiel.

 

Ein goldenes Fundstück ist jedoch auch die Aussage des Botschafters in Berlin zur Datensicherheit: "We need to also demonstrate that the U.S. has strong data privacy measures in place so that robust data sharing comes with robust data protections."

Welch wundersame Falscheinschätzung! Was sagt uns das? Daten sind einfach nicht sicher, wenn sie einmal im Internet unterwegs sind. Wer dem Freund X mitteilen möchte, dass Kumpel Y  ein Idiot ist, sollte dies tunlichst mündlich tun.






 

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