|
Rein geht es über die Schützenstraße und über die Einfahrt an der Bothfelder Straße - raus geht es nur durch die Passage am Walter-Raap-Weg: Völlig unpassend zum erhofften Weihnachtsgeschäft der CCL-Betriebe hat die Stadt eine neue Verkehrsführung am südlichen CCL-Parkplatz eingeführt. Eine Regelung, die schon seit einigen Tagen für Chaos gesorgt hat und die CCL-Geschäftsleute verbittert. Sie fragen sich, warum diese zusätzliche Belastung gerade in den zwei entscheidenden Wochen vor Weihnachten sein muss. Die Stadt und die Firma Bauwens, die das neue CCL erstellt, haben darauf nur die Antwort, dass es eben sein müsse.
Vorab sei gesagt: Wer geplant hat, Weihnachtseinkäufe im bestehenden City Center zu machen, sollte dies unbedingt tun. Die fleissigen Geschäftsleute haben unter der langen Bauphase bereits ordentlich gelitten - und sie sind weder Schuld am jetzigen Parkchaos noch können sie etwas daran ändern. Sie freuen sich in diesem Jahr besonders über die Kundschaft.
Und es gibt für alle, die sich im Zentrum auskennen, auch nach wie vor genügend Parkflächen: Im CCL-Parkhaus, das man von der Schützenstraße aus erreicht, kann man kostenfrei parken. Der Park & Ride-Parkplatz an der S-Bahnhaltestelle bietet Plätze und am Wochenende kann man auch den Rathausparkplatz nutzen.
Doch ist dieses Vorhandensein ausreichender Parkflächen kein Grund, die bequemsten Park- und Fahrmöglichkeiten gerade kurz vor Weihnachten derart einzuschränken.
Dr. Eckart Jakob als Anwalt der CCL-Werbegemeinschaft führte dazu jetzt Gespräche mit den zuständigen Fachdiensten der Verwaltung und diese stellten ihn nicht zufrieden. Er erkannte eine "Gleichgültigkeit gegenüber den Firmen im CCL" - und diese war auch beim Pressegespräch im Baustellenbereich festzustellen.
Fahrzeuge von Baufirmen nutzen teilweise die wenigen ebenerdigen Parkplätze, es liegen Paletten und Bauschutt im Parkplatzbereich - das gesamte Gelände wirkt unsortiert - das sieht nach Rücksichtslosigkeit aus, nach mangelnder Fürsorge für die berechtigten Interessen der Geschäftsleute. Hier hat die Stadt Einflussmöglichkeiten - und sollte diese dringend nutzen, damit die vorhandenen Parkplätze frei von baufahrzeugen und Baumaterialien bleiben.
Doch die Stimmung zwischen Bauleiter und städtischen Zuständigen ist keineswegs besorgt.
Da wird städtischerseits sogar festgestellt, dass die Geschäfte ja ab 1. März ein "nachgezogenes Weihnachtsgeschäft" haben könnten, wenn der Neubau eröffnet. Jedoch: Die Frage, ob die Eröffnung des neuen CCL auch den bestehenden Bereich stärkt, kann zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht beantwortet werden.
Dass die Baumaßnahmen den Parkverkehr und den fließenden Verkehr von und zu den Parkplätzen gerade im Advent belasten, sei allerdings "von vornherein so vorgesehen" gewesen.
Die jetzigen Änderungen seien für den Dezember geplant gewesen - und daran habe man auch nichts ändern können.
Hierin waren sich die Vertreterinnen des Fachdienstes Ordnungswesen mit dem Bauwens-Bauleiter Pietzsch einig.
Verwunderlich - ist es doch witterungsbedingt sehr riskant, solche Arbeiten gerade für den Dezember fest einzuplanen, bedenkt man, wie das Wetter in den letzten beiden Jahren im Dezember war....
Und auch wenn es tatsächlich so geplant war - und nicht etwa mit dem vorgezogenen Eröffnungstermin des neuen Teils auf den 1. März zu tun hat:
Wenn man will, kann man immer etwas ändern. Es scheint eher so, als ob die berechtigten Interessen der Händlerinnen und Händler im City Center von vornherein keine Berücksichtigung gefunden haben - und das ist ein Armutszeugnis für die beteiligten Verwaltungs-Fachdienste.
Am Rande des Ortstermins kam dann auch noch das Gespräch darauf, dass die westliche Rolltreppe im CCL "weg soll".
Auf unsere erstaunte Rückfrage wurde klar, dass der für HBB tätige Bauleiter und die Stadtvertreter dies wegen der "Leitung der Kundenströme" für sinnvoll halten.
Tatsache ist: Wo eine Rolltreppe ist, findet verstärkter Lauf statt. Und wenn die CCL-Kunden im westlichen Bereich künftig nur noch über den neuen Centerteil geschossübergreifend ab- und zufließen können, ist dies zum Vorteil des neuen Teils - und zum Nachteil für jene Geschäfte im bestehenden CCL, die sich in der Nähe der westlichen Rolltreppe befinden.
Darum verwundert auch nicht, dass André Beckmann, Manager des bestehenden CCL, diese Pläne ablehnt. Ihm sei bekannt, dass HBB dies gerne möchte, vonseiten des derzeitigen CCL sei jedoch keine Änderung bis zur Eröffnung geplant. Wenn überhaupt, dann könne man in zwei bis drei Jahren, wenn sich die Kundenströme entwickelt haben, darüber reden.
Eigentlich freuen sich die Geschäftsleute im bestehenden CCL mittlerweile auf die Eröffnung des neuen, größeren Gebäudeteils. Doch die Furcht vor einem verdorbenen Weihnachtsgeschäft trübt diese Freude derzeit erneut.
Bettina Reimann
|